Nachhaltige Anleihen bringen höhere Renditen als herkömmliche Zinspapiere. Darauf deutet eine Studie von NN Investment Partners (NNIP) hin. Die Fondsgesellschaft hat die Entwicklung von Green-Bond-Indizes mit der Performance von Barometern für herkömmliche Staats- und Unternehmensanleihen verglichen. Dabei haben sich die NNIP-Analysten nur die vergangenen vier Jahre angeschaut, weil es sich bei Green Bonds um eine noch sehr junge Anlageklasse handelt. 

Das Ergebnis der Analyse: In drei der vier Jahre schnitten grüne Staatsanleihen aus der Eurozone um 0,7 Prozent besser ab als traditionelle Staatsanleihen. Im vergangenen Jahr war die Differenz sogar noch deutlich größer: Green Bond erzielten 7,4 Prozent Plus – herkömmliche Rentenpapiere nur 6 Prozent. Auf der anderen Seite fiel in drei der vier untersuchten Jahre nicht nur die Rendite der grünen Zinspapiere höher aus, sondern auch ihre Volatilität.

Hellgrüne Bonds aussortieren
Auch bei Unternehmensanleihen lohnt sich ein Nachhaltigkeitsansatz, zeigt die NNIP-Untersuchung. Im vergangenen Jahr erzielten grüne Firmenbonds im Schnitt 6,4 Prozent Rendite, traditionelle Unternehmensanleihen dagegen nur 6,2 Prozent. Im Jahr 2016 und 2018 schnitten Green Bonds ebenfalls besser ab. Lediglich im Jahr 2017 entwickelten sie sich schwächer. Ebenso wie grüne Staatsanleihen schwankten allerdings auch grüne Unternehmensanleihen im Analysezeitraum stärker als ihre traditionellen Pendants.

Wer in grüne Anleihen investieren will, muss keine Kompromisse bei der Rendite machen, so das Fazit von Bram Bos, leitender Portfoliomanager für Green Bonds bei NNIP. "Die konsistente Outperformance der grünen gegenüber den herkömmlichen Anleiheindizes ist ein überzeugendes Argument für grüne Anleihen", sagt er. Er hält in diesem noch jungen Anlagesegment allerdings eine aktive Herangehensweise für unerlässlich: Sonst könne es passieren, dass Anleger unabsichtlich in "hellgrüne" Bonds investieren. (fp)