Eine säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation ist in absehbarer Zeit durchaus umsetzbar. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsbericht, den die Universität Ulm und Aon Hewitt, die Beratungstochter des Versicherungsmaklers Aon, erstellt haben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hatten die Studie in Auftrag gegeben.

Bislang wissen viele Bundesbürger wissen nicht einmal ungefähr, was sie später aus der gesetzlichen, der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge insgesamt einmal zu erwarten haben. Zwar schickt die Deutsche Rentenversicherung alljährlich eine persönlich Auskunft per Post; die Träger der betrieblichen Altersvorsorge sowie die Lebensversicherer informieren Kunden per Standmitteilungen, doch eine Zusammenschau sämtlicher angehäufter Ansprüche und zu erwartender Alterseinkünfte gibt es bislang nicht. Daher hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag den Aufbau einer säulenübergreifenden Renteninformation festgeschrieben.

Stufenweiser Aufbau
Dies ist nicht einfach, aber umsetzbar, lautet kurz gefasst das Fazit der Studie. Die Experten empfehlen dabei, stufenweise vorzugehen. Zunächst sollen Informationen der Vorsorgeeinrichtungen zusammengefasst werden, die schon regelmäßig Standmitteilungen versenden. Andere Leistungen, zum Beispiel aus der Beamtenversorgung, berufsständischen Versorgungswerken und der weiteren betrieblichen und privaten Vorsorge, können dann nach und nach ergänzt werden. 

Sofern die gesetzlichen Voraussetzungen zügig geschaffen werden, kann aus Sicht der Studienautoren in den kommenden zwei bis drei Jahren ein Pilotprojekt starten. Ziel ist es, alle Informationen der verschiedenen Vorsorgeeinrichtungen zu sammeln, zu filtern und aggregiert auf einer Plattform darzustellen. Dazu sei es nicht notwendig, alle Daten an einer Stelle zu speichern. Vielmehr sollen die jeweiligen Informationen erst durch die Nutzer abgerufen werden. Das sei auch im Sinne des Datenschutzes zweckmäßig.

Fundierte Grundlage für Beratung
Die Studie empfiehlt, die Anbieter gesetzlich zu verpflichten, die Daten auf Anfrage zur Verfügung zu stellen. Eine Übergangsfrist für bereits bestehende Verträge sollte aber vorgesehen werden. Schließlich steht auch der einfache Export der Daten auf der Liste der Empfehlungen. Dieser könnte auch als Grundlage für eine fundierte Altersvorsorgeberatung dienen.

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hatte bereits 2017 ein Dossier mit Vorschlägen für ein Online-Rentenkonto vorgelegt. Diese basierten auf der Auswertung von Erfahrungen in Ländern, die bereits seit einiger Zeit solche Online-Plattformen mit Altersvorsorgeinformationen betreiben. Die vom DIA unterbreiteten Vorschläge sind weitgehend deckungsgleich mit denen aus dem nun vorgelegten Forschungsbericht. (am)