Das Bankhaus Herzogpark will seinen Wachstumskurs mit neuen Beratern fortsetzen. "Wir haben in den letzten zwei Jahren eine Maschinerie hingestellt, auf die wir noch eine ganze Menge draufladen können", sagte Vorstand Volker Rützel im Interview mit FONDS professionell, das in voller Länge in Ausgabe 2/2026 erschienen ist. "Wenn wir jetzt eine hübsche Braut oder einen hübschen Bräutigam draußen finden, dann wären wir nicht abgeneigt. Aber die Personen müssen zu uns passen und unser Geschäftsverständnis teilen."

Rützel denkt dabei in erster Linie an einzelne Beraterinnen oder Berater, könnte sich aber auch die Akquisition kleinerer Vermögensverwalter vorstellen. "Grundsätzlich stehen wir dem Thema offen gegenüber", so der Bankvorstand. "Übernahmen sind in der Regel sehr komplex, bergen Altlasten und liegen nicht in unserer Kernkompetenz, aber wenn die Chemie und die Synergien stimmen, schauen wir uns den Einzelfall gerne an." Das 2009 gegründete Bankhaus hat sich auf die Betreuung sehr vermögender Kunden spezialisiert. Namensgeber ist das Wohn- und Villenviertel Herzogpark in München-Bogenhausen.

"Wenn der eine oder andere von seiner Bank geärgert wird, haben wir eine Chance"
Im Unterschied zu vielen anderen Wealth Managern verzichtet die Bank auf Anweisungen an Berater, bestimmte Produkte zu verkaufen. "Bei uns gibt es keine Ziel- und Margenvorgaben", betont Rützel. "Die Vorgabe, die die Kundenberater bei uns haben, ist, dass sie sich gewissermaßen selbstständig tragen." Es gebe ein unternehmerisches Modell: "Wenn unsere Fixkosten verdient sind, wird sich darüber hinaus der Umsatz mit einem bestimmten Faktor geteilt. Das ist für beide Seiten spannend."

Auch die Rekrutierungsstrategie unterscheidet sich von der anderer Banken, berichtet Rützel. "Headhunter verdienen bei uns sehr wenig – die sind bemüht, aber haben oft nicht den Zugang zu den Seniorberatern", sagt er. Das Bankhaus sei bislang "bewusst unter dem Radar geblieben": keine klassische Werbung, keine Events, keine großen Auftritte. Genauso sei es mit den Kundenberatern: "Man kennt sich untereinander. Und wenn dann der eine oder andere von seiner Bank geärgert wird, haben wir eine Chance", so der diplomierte Betriebswirt.

"Kundenberater Ü50 werden nicht mehr in jeder Bank so wertgeschätzt"
Mittlerweile sei das Bankhaus so aufgestellt, dass es für einige Berater als potenzieller Arbeitgeber interessant geworden sei. "Einige Kundenberater wünschen sich auch eine neue Vision und Perspektiven. Und da speziell die Kundenberater Ü50 nicht mehr in jeder Bank so wertgeschätzt werden, finden sie unser Modell sehr spannend", meint Rützel. (mh/bm)


In der Bilderstrecke oben finden Sie einige Zitate aus dem Gespräch mit Volker Rützel. Im vollständigen Interview, das in FONDS professionell 2/2026 ab Seite 372 erschienen ist, äußert sich der Vorstand unter anderem zur Geschichte der Bank, zur Regulierung, zur Honorarberatung, zu Goldinvestments und zur Frage, wie das Institut die nachfolgende Generation erreichen möchte. Angemeldete Nutzer können den Artikel auch hier im E-Magazin lesen.