Für Versicherungsmakler regelt Paragraf 7b VVG den Umfang der Informationspflichten, die gegenüber dem Kunden bei Versicherungs-Anlageprodukten, etwa Fondspolicen, mindestens erfüllt werden müssen. Dazu gehört auch die Information darüber, ob der Makler dem Kunden eine regelmäßige Beurteilung des empfohlenen Versicherungsanlageproduktes bietet, dass das Produkt noch "passt“. Zu einer solchen Betreuungsleistung gehört auch, nicht nur die Performance im Blick zu behalten, sondern auch Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Untersuchungen der Ratingagentur Assekurata haben gezeigt, dass neun von zehn Kunden ihre Fonds während der gesamten Laufzeit nie austauschen, erklärt Analyst Lars Herrmann. Mit geschickter Gestaltung verhelfen Makler ihren Kunden zu mehr Rendite. Wie das gehen könnte, zeigt die Stiftung Warentest in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest".

Zunächst sollten Restlaufzeit und Garantieform in Erinnerung gerufen werden, dann der gewünschte Aktienanteil neu festgelegt werden. Danach sollten möglichst ETFs auf den weltweiten Aktienindex MSCI World herausgesucht werden, sofern sie sich im Angebot des Versicherers befinden. Gibt es keine ETFs in der Fondsliste, gilt es, einen entsprechenden aktiv gemanagten Fonds zu finden, so der Rat.

Auf aktuelle Fondslisten achten
Eine Wahl besteht nur beim "restlichen" Fondsguthaben, das wirklich zum freien Fondsinvestment verfügbar ist. Ein Großteil des Beitrags wird zum Abdecken der gewählten Kapitalgarantie – liegt zwischen 0 und 100 Prozent – und damit zur Anlage in sicheren, meist verzinslichen Anlagen benötigt. Vermittler sollten sich regelmäßig aktuelle Fondslisten der Lebensversicherer zukommen lassen, zumal die Palette der verfügbaren Aktien-ETFs ständig wächst. Das ist nicht nur fürs Neugeschäft wichtig, sondern auch für den Bestand. Wegen der Kostenvorteile erweisen sie sich auch bei nachträglicher Aufnahme in die Police häufig als Renditeturbo – über die restliche Laufzeit betrachtet.

Laut Finanztest bieten viele Versicherer keine ETFs an. Die Fondslisten ändern sich immer wieder. "Auswahl und Wechselkosten können sich bei einem Versicherer je nach Tarif, Vertriebsweg und Abschlussjahr unterscheiden", schreibt Finanztest. Nach einer Umfrage unter 137 Lesern, die ihre Vertragsunterlagen zur Verfügung gestellt hatten, böten nur zwei Versicherer sehr gute ETFs auf den MSCI-World-Index an, hieß es. Allianz-Kunden profitieren zwar von ETFs, aber nur für Abschlüsse seit 2011, schreibt Finanztest, und fordert die Anbieter auf, auch treuen Kunden sehr gut bewertete ETFs anzubieten.

Allianz: Bestandsvergütung sinkt nicht bei mehr ETFs im Vertrag
FONDS professionell ONLINE hakte bei der Allianz nach. "Unser fondsgebundenes Angebot InvestFlex enthält ebenso wie das Vorgänger-Angebot auch ETFs, und zwar seit dem Jahr 2011", bestätigt Franz Billinger, Sprecher der Allianz Deutschland AG. Eine Ausweitung auf ältere Verträge sei nicht vorgesehen. Grund: 2011 habe man erstmals die Höhe der Rückvergütungen benannt und in Form einer Überschussbeteiligung an den Kunden weitergegeben. "Als Ausgleich werden die Verwaltungskosten entsprechend angepasst", erklärt der Sprecher. Daher sei die Umstellung auf ältere Verträge nicht möglich.

Mit den Neuerungen schuf die Allianz auch erweiterte Spielräume für die Aufnahme von neuen ETFs in die Fondsliste. Kunden mit Policen, die 2011 oder später abgeschlossen wurden, könnten jederzeit kostenlos und so oft wie sie wollen Fonds wechseln oder ETFs auswählen. "An der Vermittlercourtage ändert sich nichts bei mehr ETFs in der Fondspolice", betonte Billinger auf Nachfrage. Auf Wechselkosten sollten Vermittler und Kunden bei anderen Anbietern jedoch achten. So verlangt der Direktversicherer Cosmos Direkt nach Angaben von Finanztest 25 Euro für jeden Fondswechsel – auf Dauer ein teures Vergnügen.

Finanztest: Datenbank zur Fondspolicen-Optimierung
Die Stiftung Warentest baut eine Datenbank namens "Fondspolicen-Optimierer" auf. Damit soll der beste Fonds aus der aktuellen Fondsliste des Versicherers für den gewünschten Tarif ermittelt werden, indem die Warentester dies mit ihrer generellen Fondsbewertung abgleichen. Die alleinige Freischaltung der Fondsbewertung kostet derzeit vier Euro. (dpo)