Das verwaltete Vermögen von Nachhaltigkeitsfonds und anderen ESG-Mandaten könnte sich gegen Ende dieses Jahrzehnts auf weltweit 30 Billionen US-Dollar (26,6 Billionen Euro) belaufen. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie des Daten- und Beratungshauses Broadridge hervor. Zum Vergleich: Aktuell beziffern die Londoner Analysten das Volumen des ESG-Investmentmarktes auf acht Billionen Dollar. Das prognostizierte Wachstum würde also fast einer Vervierfachung in nicht einmal zehn Jahren entsprechen.

Die 30 Billionen Dollar entsprechen dem optimistischsten von drei Szenarien, die Broadridge berechnet. Doch selbst im pessimistischen Szenario dürfte sich das Volumen im Jahr 2030 auf rund 20 Billionen Dollar belaufen. Sprich: Dem Markt für Investments, die ESG-Kriterien berücksichtigen, steht nach Ansicht des Researchhauses in jedem Fall ein großes Wachstum bevor. Besonders profitieren dürften Asset Manager von einer hohen Nachfrage nach thematischen Investments, "Net Zero"-Lösungen und Impact-Fonds, so die Analysten.

Greenwashing ist zum Reputationsrisiko geworden
Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres hätten aktiv und passiv gemanagte Nachhaltigkeitsfonds weltweit 577 Milliarden Dollar eingesammelt, berichtet Broadridge. Im gesamten Vorjahr hatte sich deren Nettomittelaufkommen noch auf 355 Milliarden Dollar belaufen.

"ESG-Strategien stehen nur für elf Prozent des verwalteten Vermögens, vereinten in den zwölf Monaten bis September 2021 aber 30 Prozent der gesamten Zuflüsse auf sich", sagt Broadridge-Manager Jag Alexeyev. Das Wachstum in diesem Segment bleibe hoch, aber die Komplexität und die Kosten der ESG-Implementierung würden steigen, so seiner Erwartung. Außerdem sei Greenwashing zum wichtigen Reputationsrisiko geworden, das die Fondsanbieter managen müssten. (bm)