Regelmäßiges Sparen per börsengehandelten Indexfonds (ETFs) wird immer beliebter. Die ETF-Sparfreude der Deutschen legt sogar so rasant zu, dass Marktbeobachter ihre Prognosen korrigieren – und zwar nach oben. So schätzen der Branchendienst Extra-ETF und der Asset Manager Blackrock in einer gemeinsamen Analyse die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bis 2025 auf 35 Prozent. Bis dahin sollen neun Millionen Verträge abgeschlossen sein.

Bislang waren die Experten von einer Wachstumsrate von 30 Prozent und sieben Millionen Verträgen im Jahr 2025 ausgegangen. "Wir haben unsere bisherigen Erwartungen nach oben angepasst, weil die Nachfrage nach ETF-Sparplänen anzieht und zudem die durchschnittliche Sparplanrate steigt", erläutert Markus Jordan, Betreiber des Anlegerportals Extra-ETF, einer Mitteilung zufolge. Demnach gehen die Beobachter von einer Sparrate von im Schnitt 165 Euro statt 150 Euro aus.

ING erlässt dauerhaft Gebühren
Das jährliche Sparvolumen soll bis 2025 von aktuell 3,6 auf stolze 15,7 Milliarden Euro steigen – sprich im Schnitt um 34 Prozent pro Jahr. "Immer mehr Privatanleger werden sich der Vorteile bewusst und nutzen ETF-Sparpläne im Rahmen ihrer Geldanlage und des langfristigen Vermögensaufbaus", sagt Christian Bimüller, Co-Leiter des Digitalvertriebs in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) bei Blackrock. Der Fondsriese bietet über seinen Ableger iShares selbst ETFs an.

Die Gründe für das weiter zunehmende Wachstum seien vielfältig, ergänzt Jordan. "Neue Anbieter wie Scalable Capital Broker bereichern den Markt. Bestehende Anbieter wie der Neo-Broker Trade Republic bauen ihr Angebot an sparplanfähigen ETFs aus." Anbieter wie Flatex würden ihr ETF-Sparplansortiment auf gebührenfreie Modelle umstellen. Zudem kündigte die ING Deutschland an, ab 1. April sämtliche ihrer mehr als 800 ETF-Sparpläne dauerhaft ohne Ausführungsgebühren anzubieten. Die ETFs kommen zum Großteil von den Anbietern iShares, Lyxor und Xtrackers.

"Geldanlage demokratisieren"
ETF-Experte Jordan beobachtet weitere Erleichterungen, die das Geschäft beflügeln. "Die Einstiegsbeträge gehen weiter zurück, so dass Anleger inzwischen bereits ab einem Euro pro Monat kontinuierlich Vermögen aufbauen können", führt Jordan weiter aus. "Dies trägt dazu bei, Anlegern den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtern und die Geldanlage weiter zu demokratisieren." (ert)