Die Finanzaufsicht Bafin hat auch die Provisionszahlungen von Asset Managern an Versicherer im Blick, die beim Einsatz der Portfolios in fondsgebunden Lebenspolicen anfallen. Das zähle zu ihren Pflichten im Rahmen der Wohlverhaltensaufsicht nach der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD), wie Axel Oster, Abteilungsleiter Gruppenaufsicht und Themenschwerpunkte Schaden-/Unfallversicherungen bei der Bafin, in einem Vortrag auf der virtuellen Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht betonte. Die Behörde schaue unter zwei Aspekten auf die Zahlungen: Der Anreizwirkung und somit möglicher Interessenkonflikte sowie generell der Kostenbelastung für Kunden. 

Der Vortrag Osters passt damit zu einem anderen wichtigen Thema der diesjährigen Konferenz: Dem Provisionsdeckel für Lebensversicherungen. Das Bundesfinanzministerium (BMF) hält die Begrenzung der Abschlussprovisionen für Abschlüsse dieser Produkte für notwendig: "Ich habe immer betont, dass wir über eine Begrenzung der Kosten sprechen müssen, wenn wir die private Altersvorsorge erfolgreich unter den Gegebenheiten der Niedrigzinsphase weiterentwickeln wollen", zitiert etwa die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ)"  Jörg Kukies, Staatssekretär im BMF. "Dieser Befund gilt nach wie vor", unterstrich Kukies in seinem Online-Vortrag. Der geplante Deckel der Provisionen war wegen fehlender Einigung zwischen Union und SPD zurückgestellt worden

20 Versicherer in Manndeckung
Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die Finanzlage der Lebensversicherer und Pensionskassen. Frank Grund, Bafin-Exekutivdirektor für die Versicherungswirtschaft, wies erneut auf das Niedrigzinsumfeld hin. Dieses wertete er als größte Herausforderung. Die besonders betroffenen Unternehmen habe die Bafin in "Manndeckung genommen". Unter "intensivierter Aufsicht" stehen rund 20 namentlich nicht genannte Lebensversicherer und weitere rund 40 Pensionskassen.

Neben den niedrigen Zinsen bereitet Grund noch die geplanten Änderungen der Solvency-II-Richtlinie Bauchschmerzen. Aus den Vorschlägen der Europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa erwachse seiner Ansicht nach ein neues Problem für die deutschen Lebensversicherer "und zwar in Gestalt der risikofreien Zinsstrukturkurve". Diese würde nach jetzigem Stand "zu deutlich erhöhten Kapitalanforderungen führen", so Grund, weshalb der oberste Versicherungsaufseher auf Nachjustierungen hofft. (jb)