Die auf Honorarberatung spezialisierte Quirin Bank hat eine Vermögensverwaltung mit nachhaltigem Ansatz gestartet. Unter dem Produktdach mit dem Namen "Verantwortung" hat das Institut elf Strategien entwickelt, die sich auf herkömmliche und börsengehandelte Indexfonds (ETFs) stützen. Damit wolle das Haus eine nachhaltige Geldanlage mit Renditechancen verknüpfen, heißt es in einer Mitteilung.

Bei der Auswahl der Fonds achten die Quirin-Experten darauf, dass diese keine Hersteller von Streumunition, Landminen, Atomwaffen sowie Unternehmen, die gegen den Globalen Pakt der Vereinten Nationen verstoßen, enthalten. Um die übrigen Investments auf ökologische und soziale Aspekte sowie Fragen der guten Unternehmensführung (ESG) abzuklopfen, arbeitet die die Privatbank mit dem Anbieter MSCI ESG Research zusammen. Dieser bietet Daten und Ratings rund um Nachhaltigkeit.

Balance herstellen
Der Aufbau einer nachhaltigen Vermögensverwaltung sei erst seit kurzer Zeit möglich, heißt es in der Mitteilung. Denn bislang fehlten ausreichend Daten, etwa über den Ausstoß klimaschädlicher Stoffe von Unternehmen. Zudem gab es keine ausreichende Auswahl an Indexfonds mit ESG-Ansatz. Diese Situation hat sich jedoch geändert. "Dadurch ist es nun möglich, die Balance zwischen der Verantwortung für Vermögen und der Verantwortung für einen nachhaltigen Wandel zu herzustellen", erläutert Kai Hattwich, ETF-Experte der Quirin Privatbank.

Über Indexfonds investieren die Kunden der neuen Vermögensverwaltung in mehr als 3.000 Aktien und 800 Anleihen. "Mit unserem Konzept der Honorarberatung haben wir 2006 schon einen Wandel der Bankenbranche zu konsequenter Kundenorientierung angestoßen", sagt Karl Matthäus Schmidt, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Quirin Privatbank. "Jetzt leisten wir mit unserer nachhaltigen Vermögensanlage 'Verantwortung' auch einen Beitrag für eine gewissenhaftere Realwirtschaft."  

Die Commerzbank hatte im Mai ihre Vermögensverwaltung nach nachhaltigen Maßstäben ausgerichtet. Das Institut kündigte an, die Portfolios so auszurichten, dass Aspekte wie CO2-Emissionen, Wasserverbrauch oder gute Arbeitsbedingungen Beachtung finden. Auch bei anderen Bankhäusern gewinnt das Thema der nachhaltigen Geldanlage in der Beratung an Bedeutung. (ert)