Der Beste der Kleinen ist aus deutscher Sicht noch so etwas wie ein Geheimtipp: Fundsmith heißt die Nummer Eins unter den Asset Managern mittlerer Größe. Aber auch der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch zählt – als einziger deutscher Anbieter überhaupt – zu den Top 10 der europäischen Fondsboutiquen. Als einzige weitere hemische Adresse kam Feri unter die besten 50 der mittelgroßen Asset Manager.

Dies geht aus einer Auswertung des Analysehauses Morningstar hervor, das in Europa tätige kleinere und mittelgroße Fondsgesellschaften anhand des eigenen Sterne-Ratings in verschiedenen Kategorien untersucht. FONDS professionell ONLINE hat die wichtigsten Ergebnisse grafisch aufbereitet –  klicken Sie sich einfach durch unsere Grafikstrecke oben!

Die Experten von Morningstar haben für die Analyse die am verwalteten Vermögen gemessenen "kleinen" Fondsanbieter unter die Lupe genommen. Wobei "klein" ein relativer Begriff ist, weisen die prämierten Asset Manager doch alle mindestens ein verwaltetes Vermögen von fünf Milliarden Euro auf beziehungsweise haben mindestens zehn Fonds oder Fondstranchen im Sortiment. 

Viele skandinavische Häuser
Die Liste der besten kleineren Asset Manager wird von Häusern dominiert, die Anlegern und Beratern aus dem deutschsprachigen Raum wenig bekannt sein dürften. Neben Fundsmith, einem Londoner Spezialisten für globale Aktienstrategien, der drei von sechs Kategorien "toppt", finden sich mit Troy und Majedie zwei weitere Gesellschaften aus Großbritannien in der Bestenliste. Auch Skandinavien ist mit Carnegie Fonder oder Nykredit aus Dänemark vertreten. Gemeinsam ist diesen Vermögensverwaltern, dass sie vorwiegend auf dem Heimatmarkt agieren und ihre Fühler nur wenig jenseits der Grenzen ausstrecken.  

Die niederländische Actiam und die schwedische AMF Fonder beschränken sich sogar exklusiv auf ihren jeweiligen Heimatmarkt. Keine Unbekannten sind hierzulande dagegen Wellington Management, Comgest und T. Rowe Price – übrigens ein Anbieter, der in seinem Heimatmarkt USA mit mehr als 800 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen zu den größeren Investmenthäusern zählt.

Methodik
Für die Auswertung beschränkt sich Morningstar auf die in Europa tätigen Asset Manager, die nicht zu den größten 25 Prozent der Anbieter gehören. Berücksichtigt werden außerdem nur Fonds, die überhaupt ein Morningstar-Rating aufweisen, zum Stichtag Ende September 2016 also mindestens drei Jahre alt waren. Geldmarktfonds, offene Immobilienfonds und alternative Investmentstrategien, für die das Analysehaus keine Sterne vergibt, bleiben daher außen vor.

Morningstar analysiert Fonds nach ihrer risikoadjustierten Rendite. Die besten zehn Prozent einer Kategorie erhalten fünf, die nachfolgenden 22,5 Prozent vier Sterne. Ein Fonds mit vier oder fünf Sternen hat also gut zwei Drittel seiner Wettbewerber geschlagen.

Bei der Auswertung sind die Analysten folgendermaßen vorgegangen: Zunächst wurde der einfache Durchschnitt der Morningstar-Ratings einer Gesellschaft gebildet. Hierbei sind alle Fonds eines Anbieters mit einem Rating gleich stark gewichtet worden, unabhängig vom Volumen der Fonds.

Qualität der Fondspalatte
Weiterhin hat Morningstar die Ratings auch in einer nach Fondsvolumen gewichteten Sicht durchgeführt. "Hier fließt das Vermögen der Fonds ein, um so eine Indikation über die Qualität von Fonds zu erhalten, in denen sich das meiste Anlegergeld befindet. Das Rating eines Fonds mit einem hohen investierten Vermögen wiegt hier also schwerer als das Rating eines kleinen Fonds", schreibt Morningstar. Im Rahmen der volumengewichteten Rating-Analyse werden die Anbieter-Rankings dann auf die einzelnen großen Fondskategorien Aktien, Renten und Mischfonds heruntergebrochen.

Schließlich enthält die volumengewichtete Teilanalyse auch eine Übersicht über den Anteil von Vier- und Fünf-Sterne-Fonds am benoteten Gesamtvermögen einer Gesellschaft. Damit erhalten Anleger Aufschluss über die Qualität der Fondspalatte eines Anbieters in Gestalt einer einzigen Kennzahl. (jb)