Fondsanleger in Europa haben Mischfonds einen Rekordmonat beschert: Im Juni flossen 12,5 Milliarden Euro netto in diese Fondskategorie, was dem höchsten jemals von Morningstar in einem Monat gemessenen Niveau entspricht. Die Statistik reicht bis ins Vorkrisenjahr 2007 zurück.

Dabei waren Mischfonds noch nicht einmal die Kategorie mit den höchsten Zuflüssen im Vormonat. Diese "Auszeichnung" geht an Rentenfonds, die insgesamt 18,5 Milliarden Euro an Neugeldern auf sich vereinen konnten. Damit setzt sich eine Entwicklung aus dem Vormonat Mai fort, als Anleihenfonds ebenfalls die Nase klar vorne hatten.

Insgesamt haben sich die Zuflüsse im Juni mit 32,1 Milliarden Euro weitgehend auf dem Niveau vom Mai (37,4 Milliarden Euro gehalten). Auch wenn man die "Flow-Zahlen" seit Jahresbeginn betrachtet, geht es der europäischen Fondsbranche nicht schlecht: Seit Januar 2014 stehen 212,6 Milliarden Euro zu Buche.

Aktienfonds weniger gefragt
Aktienfonds mussten dagegen im Juni Rückschläge hinnehmen. Wegen Gewinnmitnahmen bei US- und Eurozonen-Fonds sowie aufgrund hoher Abflüsse aus globalen Standardwertefonds gingen die Nettoinvestitionen in Aktienfonds im Juni deutlich auf 730 Millionen Euro zurück. Das war das niedrigste Investitionsniveau in einem Kalendermonat seit Juni 2013 – dem Monat, in dem die Diskussion um die Straffung der Geldpolitik der US-Notenbank Anleger weltweit in sichere Anlagen getrieben hatte.

Im zweiten Quartal flossen Aktienfonds europaweit insgesamt 10,7 Milliarden Euro zu, im gesamten ersten Halbjahr waren es 36 Milliarden Euro gewesen. Dies entspricht einer recht niedrigen organischen Wachstumsrate von 1,8 Prozent zwischen Januar und Juni, so Morningstar.

Rentenfonds konnten absolut gesehen auch in der gesamten Halbjahresperiode die höchsten Nettozuflüsse verzeichnen. Der Zugang von netto 73,7 Milliarden Euro entspricht einer organischen Wachstumsrate von 4,5 Prozent zwischen Januar und Juni.

Mischfonds mit ordentlichem Wachstum
Mischfonds sind dagegen seit Jahresbeginn, auch wegen der Rekordzuflüsse für einen Monat im Juni, organisch – also unter Herausrechnung von Performance-Effekten – um sehr ordentliche 9,6 Prozent oder 64,5 Milliarden Euro gewachsen. Dabei sollte nicht untergehen, dass die Fondskategorie mit den höchsten Juni-Zuflüssen defensive Euro-Mischfonds waren. Sie verbuchten Nettoneugelder in Höhe von 2,7 Milliarden Euro. Hinzu kommen weitere 1,4 Milliarden Euro, die in global anlegende defensive Euro-Mischfonds investiert wurden.

Das prozentual höchste Wachstum im ersten Halbjahr verbuchten alternative Fonds, die Hedge-Fonds-ähnliche Strategien verfolgen, nämlich stattliche 15,8 Prozent oder 28,5 Milliarden Euro.

Rückkehr der Schwellenländerinvestments
Ein weiterer markanter Trend war im Juni – wie auch im gesamten zweiten Quartal – das Comeback der Schwellenländerinvestments, so Morningstar. Global investierende Fonds für Schwellenländer-Bonds, die in Hartwährungen investieren, lagen mit einem Nettoabsatz von 8,3 Milliarden Euro vor allen anderen Morningstar-Kategorien im zweiten Quartal. Auch global investierende Schwellenländeraktienfonds sowie die vormals sehr stark verkauften Fonds für lokale Schwellenländerwährungen befanden sich im Juni auf der Einkaufsliste von Investoren. (jb)

 

Geschätzte Mittelzuflüsse in Mrd. Euro
FondskategorieJuni2014
Misch12,564,5
Alternatives3,328,5
Rohstoff0,20,0
Wandelanleihen0,26,7
Aktien0,736,0
Renten18,573,7
Immobilien0,93,5
Verschiedenes-0,2-1,8
Unklassifiziert0,11,5
Geldmarkt-8,820,3
Total27,3232,9

Quelle: Morningstar