In Schweden ist die Sache einfach: Jedes Jahr erhalten alle Bürger, die für ihren Ruhestand vorsorgen, einen Brief vom Rentenamt. Darin finden sich übersichtlich aufgelistet alle Summen, die sie in die staatliche Rentenkasse, die betriebliche und private Altersvorsorge bisher eingezahlt haben. Zu sehen sind außerdem die monatlichen Ansprüche, die der Sparer erwarten darf. Damit nicht genug: Das Ganze ist auch noch online verfügbar. 

In Deutschland hingegen kommt die säulenübergreifende Renteninformation, deren Umsetzung sich die Große Koalition eigentlich für diese Legislaturperiode vorgenommen hat, nicht voran. Umso wichtiger ist es, dass es kundige Rentenberater gibt.

Bis vors Gericht
Diese Berater sind nicht zu verwechseln mit den Mitarbeitern der Deutschen Rentenversicherung. Während Letztere im Staatsdienst stehen, arbeiten Rentenberater selbstständig oder sind bei einem Unternehmen angestellt. Sie helfen ihren Mandanten nicht nur bei der Kontenklärung für die gesetzliche Altersvorsorge. Sie gehen viel tiefer ins Detail. Nicht zuletzt dürfen sie ihre Mandanten in bestimmten Angelegenheiten sogar vor Gericht vertreten.

Für Versicherungsmakler, Finanzberater und ­Financial Planners kann eine Fortbildung zum Rentenberater eine gute Idee sein. Zwar dürfen registrierte Rentenberater selbst keine Versicherungs- oder Finanzprodukten vermitteln. Sie haben aber die Möglichkeit, Vermittler oder Berater zu empfehlen. Schließlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Rentenspezialist, der eine Lücke in der Altersvorsorge seines Mandanten entdeckt hat, ihm mehrere Berater nennt, die mit Produkten helfen können. Allerdings sollten diese auf Honorarbasis arbeiten.

Echten Mehrwert bieten
Doch auch für Versicherungs- und Finanzprofis, die in ihren angestammten Berufen weiterarbeiten möchten, kann sich eine Ausbildung zum Rentenberater empfehlen. Verzichten sie darauf, sich im Rechtsdienstleistungsregister registrieren zu lassen, ist zwar keine Tätigkeit als bestellter Rentenberater möglich. Aber die in einem Sachkundelehrgang erworbenen Kenntnisse kann ein Versicherungsvermittler oder Finanzberater in seine Arbeit natürlich einfließen lassen – und Kunden so einen echten Mehrwert bieten.

Wer den Beruf des Rentenberaters ausüben oder entsprechende Kenntnisse in die Kundenbetreuung einbringen möchte, muss eine spezielle Ausbildung durchlaufen. Für eine anschließende Registrierung im Rechtsdienstleistungsregister muss ein Sachkundelehrgang mindestens 150 Zeitstunden umfassen. Eine Übersicht von Instituten, die Sachkundelehrgänge anbieten, finden Sie in der folgenden Tabelle. (am)


Einen ausführlichen Bericht über das Geschäftsfeld der Rentenberatung sowie über entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie in der aktuellen Heftausgabe 4/2019 von FONDS professionell ab Seite 292. Angemeldete KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.