Die Riester-Rente ist politisch aufs Abstellgleis geraten. Unter anderem auch, weil die Verbraucher selber mehr und mehr Abstand von Altersvorsorgeprodukte nehmen, die nur mickrige Renditen erwirtschaften. Diese Entwicklung schlägt sich auch in den offiziellen Zahlen für die staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukt nieder, die das Bundesarbeitsministerium (BMAS) Anfang der Woche veröffentlichte: Nur noch 16.211.000 "Riesters" zählte das Ministerium, 158.000 weniger als Ende 2020. Im zweiten Jahr hintereinander betraf der Schwund alle Kategorien.

Den höchsten absoluten Rückgang erlebten im vergangenen Jahr die lange Zeit geliebten Wohn-Riester-Produkte: Um 63.000 auf 1.730.000 staatliche geförderte Immobilienfinanzierungen sank der Bestand im Jahresverlauf. Die Zahl der Bankverträge fiel um 46.000 auf nur noch 546.000. Bei den Fondssparplänen standen Ende des vergangenen Jahres 3.263.000 Verträge zu Buche, ein Minus von 34.000 Produkten gegenüber Ende 2020. 

"Boom" bei Versicherungs-Riester
Dagegen war die Zahl der Riester-Versicherungspolicen nur um 15.000 (auf 10.672.000) rückläufig. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft meldete aber auch einen verblüffenden Boom bei den Produkten: 310.500 neue Verträge wurden 2021 noch verkauft und sorgten dafür, dass der Abrieb durch gekündigte Verträge nicht ganz so hoch war.

Die Gründe für das Abschmelzen des Bestandes sind vielfältig. Eine Reihe von Anbietern hat sich zurückgezogen, weil die neuen gesetzlichen Vorgaben für den Höchstrechnungszins den vorgeschriebenen Kapitalerhalt so gut wie unmöglich machen. Das größte mediale Echo hat die Entscheidung der DWS ausgelöst, keine Riester-Rente mehr anzubieten. Und die Ampel-Koalition setzt für die Zukunft statt auf Riester auf einen öffentlich verantworteten Fonds mit einer Opt-out-Möglichkeit. (jb)