Das vergangene Jahr war ein schlechtes für Riesterverträge. Über alle Gattungen ist die Zahl der bestehenden staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte rückläufig gewesen. Auch die lange Jahre erfolgreichen Fondssparpläne und die geförderten Wohn-Riester-Verträge werden mittlerweile nicht mehr nachgefragt oder sogar mehrheitlich gekündigt. Das zeigt die aktuelle Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) für 2020.

Laut Angaben des BMAS sank der gesamte Riester-Bestand im Vergleich zu Ende 2019 deutlich um 161.000 Verträge auf nunmehr 16.370.000 (minus 9,7%). Darunter zu finden sind 10.688.000 Riester-Versicherungen (minus 85.000), 592.000 staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte von Banken (minus 35.000) und 3.297.000 Fonds-Riesters (minus 16.000). Die Anzahl der Wohn-Riester-Verträge ging im Jahresverlauf um 25.000 auf 1.793.000 zurück. 

Damit war 2020 das erste Jahr, in dem die Wohn- und die Fonds-Riesters auch verloren haben. Bis Ende 2019 hatten sich beide gegen den bei Versicherungs- und Bank-Lösungen schon seit Ende 2014 einsetztenden Negativ-Trend stemmen können.

Exakte Gründe für den allgemeinen Rückgang gibt das Ministerium nicht an. Man darf aber mit Fug und Recht annehmen, dass neben der wieder aufflammenden Diskussion um die generelle Zukunft der Riester-Rente die unverändert niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten ein Grund sind. Sie sorgen dafür, dass die überwiegend mit hohen Kapitalgarantien ausgestatteten Produkte so gut wie keine Rendite mehr abwerfen. (jb)