Investitionen in Rüstungsunternehmen scheiden die Geister seit jeher. Der russische Angriffskrieg bringt nun offenbar Gegner und Befürworter dazu, die eigene Position zu überdenken. Seit Kriegsbeginn haben 44 Prozent der Deutschen ihre Meinung geändert oder überdacht, wie eine Umfrage des Vergleichsportals Verivox zeigt. 

Vor Kriegsbeginn hielten sich Befürworter und Gegner nahezu die Waage: 53 Prozent fanden private Investitionen in Rüstungsunternehmen verwerflich, 47 Prozent fanden sie vertretbar. Doch das Kriegsgeschehen habe die Wertmaßstäbe in allen Teilen der Bevölkerung ins Wanken gebracht, erläutert Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier.

Änderungen auf beiden Seiten
Fast jeder Zweite, der Rüstungsinvestments vor dem Krieg akzeptierte, hat seine Meinung geändert (23 Prozent) oder zweifelt an seiner ursprünglichen Einstellung (25 Prozent). Mehr als die Hälfte (52 Prozent) hält an ihrer Meinung fest. Sie sind weiterhin davon überzeugt, dass es moralisch vertretbar ist, wenn private Anleger ihr Geld in Unternehmen investieren, die Rüstungsgüter herstellen.

Das Kriegsgeschehen verändert auch die Meinung derer, die Investitionen ursprünglich ablehnten. 60 Prozent der Befragten, die vor Kriegsbeginn eine ablehnende Haltung zu Rüstungsinvestitionen hatten, halten an dieser Meinung fest. Jeweils ein Fünftel (21 Prozent) hält Geldanlagen in der Rüstungsbranche inzwischen für vertretbar oder hat zumindest Zweifel an seiner ursprünglichen Position (19 Prozent). 

Ereignisse beeinflussen die Meinung 
Maier überrascht das nicht: "In den Nachrichten hören die Menschen, dass die Ukraine zur Verteidigung dringend Waffen benötigt und auch die Bundeswehr ihre Ausrüstung modernisieren muss." Angesichts solcher Meldungen liege es nahe, dass viele Menschen ihre ursprüngliche Ablehnung von Investitionen in die Rüstungsbranche überdenken. (fp)