Die Berichtsaison der Behörden – Stichwort Bafin – und anderer Institutionen geht weiter. Zuletzt hat der Versicherungsombudsmann seinen offiziellen Bericht für 2016 vorgelegt – und darin eine gute und eine weniger gute Nachricht verkündet: Positiv ist, dass die Gesamtzahl der Beschwerden zurückging. Auf der anderen Seite gab es im vergangenen Jahr mehr Verbraucherklagen über Vermittler. Allerdings blieben diese absolut betrachtet auf niedrigem Niveau.

Letztere Zahl stieg um 2,4 Prozent auf 344 Beschwerden. Von diesen waren aber nur 137 begründet – nach 100 im Jahr 2015, so die Schiedsstelle. Der größte Teil der Klagen über Vermittler (55,4%) bezog sich auf Probleme mit Lebensversicherungen. Mit weitem Abstand folgten die Sparten Hausrat (5,8%) und Rechtschutz (5,1%).

Klagen über Falschberatungen
Einen inhaltlichen Schwerpunkt der Vermittlerbeschwerden bildeten laut dem Bericht "Beanstandungen der Beratung und der Vermittlung nicht benötigter sowie unpassender Versicherungsverträge". In dem Zusammenhang erreichten Hirsch oftmals Klagen bezüglich Umdeckungsfällen: Kunden reklamierten, der Vermittler habe zur Kündigung bestehender Verträge geraten, der Abschluss neuer Verträge habe jedoch zu Nachteilen geführt, auf die sie nicht hingewiesen worden seien.

Eine größere Zahl an Eingaben drehte sich um behauptete Falschberatungen beim Abschluss von Riester- und Basisrentenversicherungen. Dabei ging es wiederum vor allem um die Frage, ob das Produkt für den jeweiligen Versicherungsnehmer überhaupt geeignet war. Generell sei zudem die Beratungsdokumentation in vielen der eingereichten Fälle unzureichend gewesen.

Zankapfel Rechtsschutzpolicen
Die Zahl Beschwerden insgesamt betrug 19.579, ein Rückgang von sechs Prozent gegenüber 2015. Zulässig waren 2016 exakt 14.659 Klagen gewesen.

Schaut man auf die einzelnen Versicherungssparten, so lagen erstmal seit längerer Zeit nicht Lebenspolicen (3.707) an der Spitze der zulässigen Klagen, sondern Rechtsschutz-Versicherungen (3.807). Der Grund war der VW-Abgaskandal, der für eine Steigerung um mehr als 1.000 Eingaben sorgte. Dahinter folgen die Kfz-Versicherungen mit rund 1.800 zulässigen Beschwerden sowie Gebäudepolicen (1.237). (jb)