Vermögensverwalter und unabhängige Finanzberater hierzulande stöhnen unter der stetig steigenden Last an Vorgaben und ausufernden Kosten. Zudem prophezeien Experten angesichts des spärlichen Nachwuchses Probleme bei der Unternehmensübergabe voraus. Alles in allem stehen die Zeichen auf Konsolidierung. Ähnliche Prognosen kursieren auch über den Markt der bankunabhängigen Vermögensverwalter in der Schweiz. Dennoch floriert die Branche, wie eine Analyse der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) zeigt.

Demnach verwalten die sogenannten "External Asset Managers" (EAM) zwischen 400 und 500 Milliarden Franken (452 Mrd. Euro) an Kundenvermögen, was rund zehn bis 15 Prozent des in der Eidgenossenschaft gebuchten Vermögens entspreche, so die NZZ. Die ersten Gesellschaften wurden in den 1980er-Jahren von Bankern gegründet, die sich in ihren Instituten nicht mehr wohl fühlten. Einen Aufschwung erlebte die Zunft nach der Finanzkrise, als die Großbanken in Verruf gerieten.

Treue Fangemeinde
Über die Zeit bauten die Vermögensverwalter eine treue Fangemeinde auf. "Sie genießen das volle Vertrauen ihrer Kunden, und sie verstehen viel von der Vermögensanlage", sagt Brian Fischer, der bei der Schweizer Bank Vontobel die Einheit Platforms & Services leitet, der NZZ. "Gerade Unternehmer sprechen auf das External-Asset-Managers-Modell an", ergänzt Fischer. "Denn der Vermögensverwalter ist selbst ein Unternehmer, der geschäftliches Risiko eingeht."

Wie hierzulande verschärften Aufseher aber immer mehr die Regeln. Seit 2020 müssen die unabhängigen Vermögensverwalter eine Zulassung bei der Finanzaufsicht Finma beantragen. Bislang hätten sich 2000 gemeldet, doch erst 28 Bewilligungen wurden ausgestellt. Die Übergangsfrist läuft bis 2023. Daneben müssen die Anbieter auch Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung beachten. Geplante striktere Eingriffe konnte der Branchenverband abwenden.

Stabiler Anteil
So prophezeien Experten der NZZ zufolge zwar auch für den Schweizer Markt der unabhängigen Vermögensverwalter eine Konsolidierung. Ähnlich wie hierzulande zeigt sich der Markt heterogen, vom Ein-Mann-Betrieb bis zu großen Gesellschaften, die Milliardensummen betreuen, ist alles dabei. Dennoch soll der Anteil der unabhängigen Berater am Gesamtvermögen zumindest stabil bleiben, vielleicht sogar steigen. (ert)