Trotz struktureller Kostennachteile schneiden Dachfonds im Bereich der Multi-Asset-Strategien tendenziell besser ab als einfache Mischfonds. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Ratinggesellschaft Scope. Demnach erzielten Dachfonds in drei von vier Mischfondskategorien im Schnitt bessere Ergebnisse als der Durchschnitt der Kategorie. Die Scope-Analysten untersuchten die Zeiträume ein, drei und fünf Jahre.

In der Kategorie "Mischfonds Global konservativ" übertrafen Dachfonds lediglich über ein Jahr und über drei Jahre den Schnitt. Die einzige Aktienkategorie, in der ausreichend Dachfonds vertreten sind, ist die Gruppe "Aktien Welt". Hier hinken jedoch die Dachfonds auf drei und fünf Jahre gesehen dem Wettbewerb hinterher. Im Rentenbereich wiederum gibt es nur sehr wenige Dachfonds.

Zwei Kostenebenen
"Trotz der höheren Gebühren gelingt es der Produktkategorie also, einen Mehrwert zu generieren", folgert Scope-Autor Laszlo Harsanyi. Das höhere Kostenniveau der Dachfonds zieht sich durch alle Gruppen hindurch. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich: "Anleger tragen sowohl die Kosten der Zielfonds als auch die Managementgebühren des Dachfonds selbst", erläutert Harsanyi. Dieser Faktor trägt dazu bei, dass bei Dachfonds nach einer Boom-Phase um die Jahrtausendwende sowie in den Jahren 2007 und 2008 seit 2020 ein Abwärtstrend bei der Produktauflage eingesetzt hat.

Demgegenüber gewinnen günstige, börsengehandelte Fonds (ETFs) an Bedeutung. "Durch den einfachen Zugang zu ETF-Investments können Privatanleger heute problemlos selbstständig ein diversifiziertes Fonds- beziehungsweise ETF-Portfolio aufbauen", führt Harsanyi aus. Daneben kommen aber auch zusehends Multi-Asset-Strategien im Mantel eines ETFs auf den Markt. Das Segment nimmt aber noch eine Nischenstellung ein. (ert)