Bund und Länder haben angesichts der grassierenden Corona-Krise großzügige Soforthilfen für Unternehmen beschlossen. In den Genuss von staatlicher Unterstützung kommen auch Selbstständige und Kleinunternehmer, zu denen das Gros der Finanz- und Versicherungsvermittler gehört. Dafür nimmt der Staat insgesamt immerhin 50 Milliarden Euro an die Hand.

Das Bundesfinanzministerium erläutert, dass Betriebe bis maximal fünf Vollzeit- Beschäftige für drei Monate Zuschüsse in Höhe von bis zu 9.000 Euro erhalten können. Firmen mit maximal zehn Arbeitnehmern stehen 15.000 Euro zu – die jeweils nicht zurückgezahlt werden müssen. Ferner hat die Regierung beschlossen, dass Selbstständige vereinfachten Zugang zur sogenannten Grundsicherung erhalten. Damit seien Lebensunterhalt und der Verbleib in den eigenen vier Wänden kein Problem mehr. 

Nordrhein-Westfalen gewährt 25.000 Euro für Betriebe mit maximal 50 Angestellten
Unternehmen, auch kleinere, können auch umkomplizierter als bisher Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter beantragen – rückwirkend zum 1. März : So müssen nur noch zehn Prozent der Beschäftigten von Arbeitsausfall betroffen sein und nicht wie sonst ein Drittel der Belegschaft. Arbeitgeber erhalten außerdem die Sozialversicherungsbeiträge, die sie bei Kurzarbeit zahlen müssen, in voller Höhe erstattet.

Alle finanziellen Hilfen müssen beantragt werden, was rechtlich durchaus knifflig sein kann (FONDS professionell ONLINE berichtete). Erschwert wird das Vorhaben zudem dadurch, dass auch die Länder Hilfen gewähren. Nordrhein-Westfalen beispielsweise hat beschlossen, dass nicht nur Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern, sondern auch solche mit bis zu 50 Beschäftigten eine nicht zurückzahlbare Finanzspritze bekommen – konkret 25.000 Euro. "Durch die Anzahl der unterschiedlichen Fördermethoden und der Tatsache, dass die Mittel oft über das jeweilige Bundesland oder jeweiligen Förderbanken abgerufen werden müssen, ist die Informationslage sehr schwierig und schlicht unübersichtlich", sagt Frank Rottenbacher, Vorstand des AfW Bundesverbandes Finanzdienstleistung. 

AfW und BVK mit Hilfestellungen
Der AfW und der Bund Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) greifen Mitgliedern aber unter die Arme. Der AfW hat auf seiner Internetseite eine Übersicht über mögliche Fördermöglichkeiten zusammengestellt – nach Bundesland gegliedert und auch gleich mit der jeweiligen Antragsstelle verlinkt. Der BVK hat in Kooperation mit der Kanzlei Wolter Hoppenberg ebenfalls kompetente Unterstützung zugesagt: "Damit erhalten unsere Mitglieder kurzfristig Zugang zu den Ressourcen weiterer Rechtsexperten, die für unsere Mitglieder die notwendigen und möglichen Unterstützungsleistungen aus einer Hand koordinieren und beantragen können", so BVK-Präsident Michael K. Heinz. (jb)