Die in Deutschland tätigen Versicherer haben im Jahr 2017 insgesamt 17 Milliarden Euro Provisionen ausbezahlt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine "Kleine Anfrage" von FDP-Abgeordneten im Bundestag hervor.

Die Regierung beruft sich in ihrer Stellungnahme auf Daten der Bafin. Die Versicherer müssen der Aufsichtsbehörde melden, welche Provisionen sie ausgeschüttet haben. 2013 waren das in Summe noch 15,5 Milliarden Euro, in den beiden darauffolgenden Jahren jeweils 15,9 Milliarden Euro. Für 2016 hatten die Gesellschaften 16,2 Milliarden Euro gemeldet.

Keine Informationen zu Provisionen in der Anlageberatung
"Unter Provision versteht die Bundesregierung die 'Abschluss- und Verlängerungsprovisionen' sowie 'Provisionen, soweit sie nicht anderen Funktionsbereichen zuzurechnen sind' gemäß den von den Unternehmen gemeldeten Formblättern 200 und 810", heißt es in der Antwort der Bundesregierung. In beiden Positionen seien auch die an die Versicherungsvertreter gezahlten sonstigen Bezüge enthalten.

Die FDP-Abgeordneten wollten zudem wissen, welche Provisionen in den vergangenen Jahren für "Wertpapier(neben)dienstleistungen im Rahmen der Anlageberatung oder im Bereich der Finanzanlagenvermittlung" gezahlt wurden. Hierüber lägen der Bundesregierung jedoch keine Informationen vor, heißt es in der Stellungnahme aus Berlin.

Weiterbildung kostet Vermittler 600 Euro im Jahr
Aus der Antwort der Bundesregierung geht außerdem hervor, mit welchem Aufwand der Gesetzgeber für die neue Weiterbildungspflicht rechnet. Zur Erinnerung: Die neue Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) verpflichtet Vermittler und bestimmte Mitarbeiter, jährlich mindestens 15 Stunden in Fort- oder Weiterbildungen zu investieren (FONDS professionell ONLINE berichtete).

"Die Bundesregierung hat den jährlichen Aufwand für die Weiterbildung, der durch diese Vorgabe verursacht wird, auf insgesamt rund 312 Millionen Euro geschätzt", heißt es in der Antwort auf die "Kleine Anfrage". Bezogen auf 520 000 betroffene Personen, also Gewerbetreibende und ihre zur Weiterbildung verpflichteten Beschäftigten, entspreche dies einem jährlichen Aufwand von 600 Euro pro Kopf. (bm)