Deutsche Versicherer haben im Jahr 2017 in Summe 4,8 Milliarden Euro an Provisionen für die Vermittlung von fünf Millionen Lebensversicherungen gezahlt. 2016 waren es 5,0 Milliarden für etwa 5,1 Millionen Policen, 2015 insgesamt 5,1 Milliarden Euro für rund 5,2 Millionen Verträge. Das geht aus aus einer kürzlich veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine "kleine Anfrage" der FDP-Bundestagsfraktion hervor.

Die absolut höchsten Ausschüttungen in den vergangenen zehn Jahren gab es 2011: Damals flossen 6,1 Milliarden Euro an die Berater, die 6,3 Millionen Policen vermittelten. Die Höhe der Courtage je Vertrag lag 2017 bei rund 960 Euro und ist somit über die Jahre vergleichsweise stabil geblieben.

Die Courtagen für die Lebensversicherungen machen regelmäßig rund ein Drittel aller vereinnahmten Zuwendungen aus, die Vermittler im Erfolgsfall erhalten (FONDS professionell ONLINE berichtete). 2017 schütteten die Gesellschaften insgesamt 17 Milliarden Euro aus.  2013 waren es in Summe noch 15,5 Milliarden Euro geweseb, in den beiden darauffolgenden Jahren jeweils 15,9 Milliarden Euro. Für 2016 hatten die Gesellschaften 16,2 Milliarden Euro gemeldet, die sie für den Vertrieb von Leben-, Unfall-, Kranken- und Sachversicherungen zahlten.

Abschluss-und Folgeprovisionen zusammengerechnet
Die genannten Angaben beziehen sich laut Bundesregierung auf "Abschluss- und Verlängerungsprovisionen sowie Provisionen, soweit sie nicht anderen Funktionsbereichen zuzurechnen sind innerhalb des jeweiligen Jahres – unabhängig davon, ob auch der Lebensversicherungsvertrag in diesem Jahr abgeschlossen worden ist."

Das habe zur Folge, dass die Angaben zum jeweiligen Jahr auch Zahlungen enthalten, die im entsprechenden Geschäftsjahr für das Neugeschäft aus früheren Jahren geleistet wurden. Andererseits seien Provisionszahlungen nicht enthalten, die zwar auf das Neugeschäft des jeweiligen Jahres entfallen, jedoch erst in späteren Jahren fällig werden. Eine Anmerkung am Rande: Eine Quelle für die Zahlen nennt die Regierung nicht.

Die FDP-Fraktion stellte die Anfrage im Zusammenhang mit der im laufenden Jahr geplanten Einführung eines Deckels für Courtagen im Lebensbereich. Eine Evaluation des 2014 eingeführten Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG), das die Provisionen mittels Regeln für den Höchstzillmersatz drücken wollte, kam zu dem Ergebnis, dass die Zuwendungen zwar gesunken sind – aber nicht in dem Maße, das sich die Politik erhofft hatte. (jb)