SpaceX-Effekt? Jeder zweite Anleger ist offen für Raumfahrtaktien
Raumfahrt, Satelliten und Verteidigung stoßen bei deutschen Privatanlegern auf wachsendes Interesse. Besonders Themen wie Konnektivität, Sicherheit und europäische Souveränität gelten zunehmend als attraktive Investmentfelder.
Aktien aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung gewinnen bei deutschen Privatanlegern an Attraktivität. Das geht aus einer repräsentativen Yougov-Umfrage im Auftrag der französischen Fondsgesellschaft La Financière de l'Échiquier (LFDE) hervor. Demnach würden 49 Prozent der befragten Anleger entsprechende Titel in ihr Portfolio aufnehmen – entweder als wesentliche Ergänzung oder als kleinere Beimischung. Weitere 27 Prozent zeigen Interesse, wünschen sich jedoch mehr Informationen über den europäischen Markt.
Weltraumwirtschaft wird als Wachstumsmarkt gesehen
Die Studie zeigt zudem, dass die Weltraumwirtschaft von vielen Anlegern längst nicht mehr als Nischenthema betrachtet wird. Rund 52 Prozent der Befragten erwarten, dass sie in den kommenden zehn Jahren eine bedeutende oder sogar sehr große Rolle für die Weltwirtschaft spielen wird.
Christophe Pouchoy, Fondsmanager bei LFDE, verweist auf die zunehmende Reife des Anlageuniversums: "In einem sehr dynamischen Umfeld ist das Anlageuniversum gereift und entwickelt sich kontinuierlich weiter durch neue Börsengänge, wie etwa dem von SpaceX. Gerade dieser IPO ist von besonderer Bedeutung, da er die Kapitalzuflüsse in diesen Sektor fördern dürfte und damit Markttiefe und Liquidität weiter gesteigert werden."
Konnektivität und Satellitendaten besonders gefragt
Bei den konkreten Investmentthemen stehen wirtschaftlich nutzbare Anwendungen im Vordergrund. 61,7 Prozent der Befragten halten Telekommunikation und Internetzugang über Satelliten für besonders interessante langfristige Anlagethemen. Auf Platz zwei folgen Satellitendaten sowie Klima- und Umweltüberwachung mit 53 Prozent.
Auch Weltraumlogistik (38,2 %) und Weltraumverteidigung (32,3 %) stoßen auf Interesse.
Sicherheitspolitik erhöht Anlageinteresse
Die geopolitische Entwicklung wirkt sich ebenfalls auf die Investitionsbereitschaft aus. Fast jeder zweite Anleger gibt an, dass die wachsende Bedeutung europäischer Sicherheit und Souveränität sein Interesse an Unternehmen aus Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung erhöht hat.
"Auch wenn die wichtigsten Akteure in diesem Sektor noch aus Nordamerika stammen, entsteht mittlerweile auch eine Gruppe europäischer Champions. Die Überwachung und der Schutz des Weltraums sind zu Fragen nationaler Souveränität geworden", meint Pouchoy. "Die Verteidigungshaushalte der Mitgliedstaaten der Europäischen Union dürften mittelfristig von zwei bis drei Prozent des BIP auf möglicherweise fünf Prozent ansteigen. BAE Systems, Thales, Safran, Avio oder Leonardo nutzen diesen historischen Wendepunkt bereits und stehen sinnbildlich für die wachsende Stärke europäischer Verteidigungs- und Luft- und Raumfahrtunternehmen."
Anleger sehen Vorteile bei aktiv gemanagten Fonds
Angesichts der technologischen Komplexität des Sektors sprechen sich viele Anleger für aktives Management aus. Als größten Vorteil nennen 20,8 Prozent die Fähigkeit, künftige Technologieführer frühzeitig zu identifizieren. Weitere 17,4 Prozent sehen Vorteile in einem besseren Management spezifischer Risiken, während 14,5 Prozent spezialisiertes Fachwissen als entscheidenden Mehrwert betrachten.
Nach Angaben von LFDE könnte die Weltraumwirtschaft bis 2035 ein Volumen von 1,8 Billionen US-Dollar erreichen. Für die globale Raumfahrtindustrie wird bis 2040 ein Umsatz von mehr als einer Billion Dollar erwartet.
Die Gründe, warum immer mehr Investoren Raumfahrt und Verteidigung entdecken, finden Sie in unserer Grafikstrecke. (mb)















