Da die durchschnittliche Lebenserwartung der Bundesbürger steigt, sollen Arbeitnehmer auch später in Rente gehen. Diese Forderung hat Rainer Dulger ,seit November vergangenen Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge aufgestellt. "In den kommenden Jahren wird die 'Babyboomer'-Generation in Rente gehen und der Druck auf unsere sozialen Sicherungssysteme wird aufgrund dieses demografischen Wandels immer stärker werden", sagte Dulger der dpa in Berlin. 

Eines sei daher klar: "Wenn unsere Lebenserwartung immer weiter steigt, muss unsere Lebensarbeitszeit zwangsläufig auch steigen", erklärte der Arbeitgeberpräsident. Es gebe keine andere Möglichkeit, als die Kosten aus der Alterung der Gesellschaft auf die Generationen zu verteilen. Nur so könne das langfristige Vertrauen in die gesetzliche Rente erhalten werden.

Rasch handeln
Ähnliche Argumente findet Monika Schnitzer, Mitglied des Rats der Wirtschaftsweisen, wie das "Handelsblatt" berichtet. Sie treibt zur Eile an: "Da müssen wir rasch handeln, weil es leichter zu akzeptieren ist, wenn die Menschen wissen: Diese Verlängerung setzt erst in ein paar Jahren ein", sagte sie der Zeitung.

Mit der Idee, die Herausforderungen in der Rente über Schulden zwischenzufinanzieren, kann sich Arbeitgeberpräsident Dulger nicht anfreunden. Solche Ansätze seien Augenwischerei. "Deshalb brauchen wir auch eine strukturelle Erneuerung sowie eine Anpassung an den demografischen Wandel, damit die Sozialversicherungen langfristig ihre Aufgaben erfüllen können", sagte er.  Das Ziel, die Sozialversicherungsbeiträge nicht über 40 Prozent steigen zu lassen, müsse verfassungsrechtlich verankert werden, fordert Dulger.

Derzeit wird die Rente mit 67 umgesetzt, die der Bundestag 2007 beschlossen hatte. Stufenweise erhöht sich das Renteneintrittsalter in den kommenden Jahren. Geburtsjahrgänge ab 1964 müssen bereits bis 67 arbeiten. "Das bleibt auch vorerst so. Die Rentenkommission, die im März vergangenen Jahres ihren Bericht vorgelegt hatte, vermied einen Vorschlag zum Eintrittsalter", berichtet der "Tagesspiegel". Gewerkschaften und SPD seien strikt gegen eine weitere Anhebung gewesen, weil das eine "Riesenungerechtigkeit“ wäre, wie der DGB meint. Denn viele Arbeitnehmer schafften es schon heute nicht bis zum 65. oder gar 67. Lebensjahr. (am/ps)