Trotz Negativzinsen halten die Deutschen kurz vor dem Weltspartag am 30. Oktober an klassischen Sparprodukten fest. Daran ändert auch die Corona-Krise nichts. Das zeigt das aktuelle Anlegerbarometer von Union Investment. Insgesamt 76 Prozent der Befragten wollen an ihrem Sparverhalten festhalten, ganze 17 Prozent wollen sogar noch mehr auf die hohe Kante legen. Dabei ist den meisten bewusst, dass sich mit Sparbüchern kaum noch Rendite erzielen lässt – der aktuelle Zins dafür liegt im Schnitt bei weniger als 0,5 Prozent pro Jahr. 

"Es ist nicht verwunderlich, dass sich mittlerweile knapp die Hälfte unserer Umfrageteilnehmer vorstellen kann, auch chancenreichere Anlageformen wie Aktien oder Aktienfonds zu nutzen", sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Insgesamt verlor die Rendite allerdings gerade in den vergangenen sechs Monaten für viele Deutsche weiter an Bedeutung: Nur 21 Prozent der Befragten erhoffen sich von ihrer Geldanlage hohe Erträge. Vor der Krise waren es immerhin 32 Prozent. 

Mehrheit rechnet mit leichter Inflation
Die meisten Anleger setzen derzeit lieber auf Sicherheit und Verfügbarkeit als auf auskömmliche Erträge, und das, obwohl rund 63 Prozent zugleich mit einer steigenden Inflationsrate rechnen. Nur 28 Prozent der Deutschen glauben, dass die Verbraucherpreise konstant bleiben – dieser Wert ist seit dem vergangenen Quartal immerhin um zehn Prozentpunkte gestiegen. 

Als Basis für die eigenen Inflationsmeinung dient den meisten der Einkauf im Supermarkt. Rund 82 Prozent beurteilen die Preisentwicklung anhand des Betrags, den sie an der Kasse bezahlen. Für 61 Prozent liefern steigende Immobilien- und Mietpreise einen Hinweis darauf, in welche Richtung sich die Teuerung entwickelt. Rund 58 Prozent verlassen sich auf die Berichterstattung in den Medien. (fp)