Die Deka hat im vergangenen Jahr so viele Fonds und Zertifikate vertrieben wie nie zuvor. Unter dem Strich sammelte das Wertpapierhaus der Sparkassen 32,1 Milliarden Euro ein – rund 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus den an diesem Dienstag verabschiedeten Geschäftszahlen des Instituts hervor.

Auf das Geschäft mit Privatanlegern entfielen 12,6 Milliarden Euro des Neugeschäfts (2019: 11,1 Mrd. Euro), institutionelle Kunden steuerten die restlichen 19,5 Milliarden Euro bei (2019: 6,9 Mrd. Euro). Bei den Privatkunden waren insbesondere Aktien- (4,7 Mrd. Euro) und Immobilienfonds (2,5 Mrd. Euro) gefragt. In Summe stieg der Fondsabsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 auf 8,0 Milliarden Euro. Der Zertifikateabsatz ging dagegen leicht von 5,3 auf 4,6 Milliarden Euro zurück.

Fast sechs Millionen Sparpläne
Auch der Boom bei Wertpapiersparplänen hielt an: Im vergangenen Jahr schlossen die Sparkassenkunden unter dem Strich 776.000 neue Verträge ab, ein Viertel mehr als 2019. Damit habe sich die Zahl der Sparpläne in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt, rechnet das Institut vor. Mittlerweile verwaltet die Deka gut 5,9 Millionen Sparverträge. "Das Sparbuch der 2020er Jahre ist der Wertpapiersparplan", meint Deka-Vorstandschef Georg Stocker. "Die hohen Absatzzahlen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch immer weite Teile der Bevölkerung an dieser Entwicklung nicht partizipieren."

Die Nachfrage nach Sparplänen zeigt sich auch im Depotgeschäft: Die Zahl der Dekabank-Depots stieg im vergangenen Jahr um 186.000 auf rund fünf Millionen. Die Zahl der Transaktionen legte sogar um mehr als 25 Prozent auf fast 90 Millionen zu.

Auch der Januar und Februar liefen gut
Auch der Start ins neue Jahr lief erfreulich, erläuterte Stocker auf der Jahrespressekonferenz des Instituts. Demnach lag die Nettovertriebsleistung in den ersten beiden Monaten 2021 bei 5,3 Milliarden Euro. Davon entfallen 3,1 Milliarden Euro auf das Geschäft mit Privatanlegern. Die Zahl der Sparpläne legte im Januar und Februar ebenfalls deutlich zu, und zwar um 189.000.

Dank der Zuflüsse stieg das verwaltete Vermögen ("Total Assets") im Vergleich zum Vorjahr um 26 auf 339 Milliarden Euro. "Die Wertentwicklung war auf Jahressicht leicht positiv", teilt die Bank mit. Dass der Zuwachs unter der Nettovertriebsleistung liegt, ist mit Ausschüttungen zu begründen: Die Deka kehrte insgesamt 3,5 Milliarden Euro an die Fondsanleger aus, hinzu kommen Fälligkeiten bei den Zertifikaten von rund 3,3 Milliarden Euro.

Risikovorsorge drückt Konzernergebnis
Das wirtschaftliche Ergebnis der Gruppe ging dagegen deutlich zurück, und zwar von 434 auf 269 Millionen Euro. Das liegt vor allem an der erhöhten Risikovorsorge, "um auf potenzielle Ausfälle infolge der Corona-Krise vorbereitet zu sein", wie das Institut mitteilt. "Mit unserem Konzernergebnis sind wir angesichts des historisch schwierigen Umfeldes zufrieden", sagt Stocker. "Wir liegen operativ über Vorjahr und mit der kräftigen Erhöhung der Risikovorsorge haben wir für potenzielle Ausfälle bei einer fortschreitenden Corona-Krise auskömmlich vorgesorgt." (bm)