Eine Bankberatung ist normalerweise gratis – erst bei einem Vertragsabschluss zahlt der Kunde eine Provision. Allerdings verkaufen Berater daher auch Dienstleistungen, die am Kundenwunsch vorbeigehen, mahnen Kritiker. Die Grünen wollen laut ihrem Bundestagsprogramm daher nun weg von der Provisionsberatung hin zu einer unabhängigen Honorarberatung, berichtet der "Spiegel". Die Sparkassen erwarten, dass es unter der Ampel-Koalition eine System-Umstellung geben könnte. 

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis warnt nun davor, dass weniger wohlhabende Kunden so abgeschreckt würden: "Wenn ein Kleinanleger für eine Erstberatung von zwei Stunden erst einmal die tatsächlichen Kosten von durchschnittlich 360 Euro als Honorar auf den Tisch legen muss, nehmen die meisten keinerlei Beratung mehr in Anspruch", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). "Eine solche Vorgabe schließt große Teile der Bevölkerung vom Zugang zu guter Beratung aus und ist deshalb unsolidarisch." 

Wichtige Einnahmequelle 
Nicht nur die befürchtete Spaltung der wohlhabenden und weniger wohlhabenden Kunden ist Schleweis ein Dorn im Auge, er hält den Umbau zur Honorarberatung auch für unnötig. So seien die gesetzlichen Vorgaben bei einer Provisionsberatung ohnehin streng – Berater müssen nach einem Gespräch alle Details zur Beratung offenlegen. Ein weiterer Grund, warum die Sparkassen den Vorschlag nicht begrüßen: Die Provisionsberatung ist in den vergangenen Jahren für Banken und Sparkassen eine wichtige Einnahmequelle geworden. (fp)