Die FNZ Bank, Teil der britischen FNZ Group, hat ein "Freiwilligenprogramm" aufgelegt, um die Zahl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland zu reduzieren. Seit der vergangenen Woche können sich Angestellte um die Auflösung ihres Vertrags "bewerben", wie FONDS professionell ONLINE erfahren hat. Die zuständige Führungskraft entscheidet dann gemeinsam mit der Personalabteilung, ob die entsprechende Stelle gestrichen werden kann oder nicht.

Hintergrund des geplanten Stellenabbaus sind diverse Akquisitionen in den vergangenen Jahren. Zuletzt hatte die Bank Ende 2024 das Einlagen- und Verwahrgeschäft der Fondsdepot Bank integriert. "Gleichzeitig digitalisieren wir unsere Bankprozesse und transformieren unsere Bank-IT", erläutert eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage der Redaktion. "Dadurch sind wir in der Lage, unsere Services besser und effizienter anzubieten." Vor diesem Hintergrund habe man ein "freiwilliges Programm aufgelegt, das Mitarbeitenden die Möglichkeit gibt, im Dialog mit dem Arbeitgeber über einen möglichen Austritt zu entscheiden". Dabei lege die Bank "großen Wert auf faire und transparente Rahmenbedingungen für alle Beteiligten an allen Standorten".

Mehr als 1.000 Mitarbeiter in Deutschland
Das B2B-Institut führt eigenen Angaben zufolge die Depots von mehr als zwei Millionen Endkunden für Finanzvertriebe, Versicherer, Banken und Vermögensverwalter, für die sie ein Volumen von insgesamt rund 140 Milliarden Euro betreut. Die FNZ Bank beschäftigt gut 1.000 Mitarbeiter an deutschlandweit fünf Standorten, darunter die Zentrale in München sowie größere Büros in Hof, dem Sitz der 2023 akquirierten Fondsdepot Bank, und Augsburg, wo sie 2021 die Wertpapiersparte der Augsburger Aktienbank übernommen hatte.

Die Mitarbeiter wurden am 9. April über das Freiwilligenprogramm informiert, seit dem 13. April können sie sich um eine Teilnahme bewerben. FONDS professionell ONLINE fragte bei der FNZ Bank an, wie viele Stellen in Deutschland abgebaut werden sollen. "Wir rechnen mit einer Nachfrage der Mitarbeiter im mittleren zweistelligen Bereich", so die Antwort der Sprecherin.

"Bündelung und Zusammenführung von Teams"
Aus einem "FAQ zum Freiwilligenprogramm", das intern verschickt wurde und der Redaktion vorliegt, gehen zahlreiche Hintergründe und Details zum Angebot hervor. Es gehe darum, die "Organisation weiter zu stärken und zukunftsfähig aufzustellen", heißt es dort. "Ein zentraler Bestandteil davon ist die Neuaufstellung der Führungsstrukturen, Bündelung und Zusammenführung von Teams, Prozessen und Projekten, um Doppelstrukturen zu vermeiden, Abläufe zu vereinfachen und unsere Leistungsfähigkeit nachhaltig zu erhöhen." Dazu gehöre auch, die "Organisationsgröße fortlaufend zu hinterfragen und anzupassen".

Um Mitarbeiter zur Auflösung ihres Vertrags zu motivieren, bietet die Bank eine Abfindung, die sich auf 10.000 bis 180.000 Euro belaufen kann. Die wichtigsten Punkte aus dem Frage-Antwort-Katalog hat FONDS professionell ONLINE in der Bilderstrecke oben aufbereitet – einfach durchklicken. (bm)