Die Beratung bei deutschen Bausparkassen lässt massiv zu wünschen übrig, urteilt die Stiftung Warentest. Bei einer Stichprobe mit 16 Bausparkassen berieten die meisten Institute komplett am Bedarf der Kunden vorbei, empfahlen ungünstige Tarife, zu hohe Bausparsummen, übersteigerte Tilgungsbeträge oder Sparpläne mit zu hohen Sparguthaben.

Der gravierendste Fauxpas: zu hohe Bausparsummen. Dadurch kam die Zuteilung bei jedem vierten Angebot mindestens ein Jahr zu spät, teilweise sogar fünf bis 15 Jahre. "Kunden müssen dann ihre Pläne verschieben oder bis zur Zuteilung einen Zwischenkredit aufnehmen", so die Tester – und das kann teuer werden.

Berater lassen kaum einen Fehler aus
Stiftung Warentest kritisiert zudem "absurd hohe Tilgungsbeträge" von teilweise mehr als 2.000 Euro pro Monat. Bei manchen Angeboten überschritt auch das angesparte Guthaben die zur Zuteilung nötige Mindestsumme bei weitem. Bausparer legten also viel Geld zu einem Zinssatz von gerade einmal 0,01 bis 0,1 Prozent an und minderten ihren Darlehensanspruch.

Unnötig teure Angebote, lückenhafte Vertragsunterlagen, falsche Angaben zur Flexibilität von Bausparverträgen: Die Berater "ließen kaum einen Fehler aus", heißt es bei der Stiftung Warentest. "Das Ergebnis ist ein Armutszeugnis." 

Der Testsieger sitzt im Norden
Nur eine einzige Bausparkasse konnte überzeugen: Die Landesbausparkasse Schleswig-Holstein bekam die Note "gut", berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf die Zeitschrift "Finanztest", in der die Ergebnisse veröffentlicht wurden. Die Alte Leipziger wurde mit "befriedigend" bewertet. Neun weitere Institute bekamen die Note "ausreichend", bei dreien fiel die Beratung "mangelhaft" aus. (fp)