Jedes zahlende Mitglied in der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hat am Ende des Erwerbslebens Anspruch auf eine lebenslange monatliche pekuniäre Zuweiseung. Wie hoch diese aber ausfällt und wann man aus finanzieller Sicht in den Ruhestand gehen kann, muss sich jeder individuell von der Behörde ausrechnen lassen. Leider sind die Auskünfte vieler Rentenberater der DRV lückenhaft, so das Urteil der Stiftung Warentest, die 80 Tester in jeweils eine der republikweiten Beratungsstellen schickte. Vor allem bei Fragen und Auskünften zur privaten Altersvorsorge seien die Mitarbeiter der DRV meistens heillos überfordert.

Die Tester haben sich in den Beratungsstellen danach erkundigt, wie hoch ihre gesetzliche Altersrente voraussichtlich ausfallen werde. Zudem wollten sie wissen, welche Schritte nötig sind, um das Renteneinkommen zu erhöhen, riskante Lücken aufzufüllen oder zu schließen und damit ihren Lebensstandard im Alter zu halten. 

Auskünfte zur Rentenlücke: Reinfall
Wie die gemeinnützige Verbraucherorganisation schreibt, sei schon die Terminvereinbarung mitunter nervenaufreibend gewesen – knapp die Hälfte der Tester hätten damit massive Probleme gehabt: Dazu zählen kleinere Mankos wie fehlende Buchungsbestätigungen, vor allem aber inakzeptabel lange Wartezeiten. In einer Beratungsstelle in Rheinland-Pfalz etwa musste ein Tester mehr als vier Monate auf den ersehnten Termin warten. 

Die Informationen zu der gesetzlichen Rentenhöhe sind dann laut Stiftung Warentest "immerhin befriedigend" gewesen. Die Auskünfte zur Rentenlücke oder wie man diese vermeiden kann, kämen aber "fast immer einem Reinfall" gleich: Nur 15 Berater hätten Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge zu einer Gesamtschau zusammengestellt. Die meisten scheiterten bereits daran, alle Alterseinkünfte und die mögliche Rentenlücke kalkulatorisch überhaupt zu ermitteln, schreibt das "Handelsblatt".

Vorbereitung ist alles 
Dennoch rät die Stiftung Warentest nicht generell von einem persönlichen Besuch der DRV-Beratungsstellen ab. Voraussetzung für eine objektive und umfassende Einschätzung der eigenen Altersversorgung sei aber eine gute Vorbereitung: Pflichtversicherte sollten so viel über ihre Renten wissen, dass sie die Erklärungen der DRV-Mitarbeiter einordnen und kritisch nachfragen können. Zudem müssen sie alle relevanten Unterlagen wie die aktuelle Standinformationen mitbringen. (jb)