Die Abwärtsspirale bei Riester-Verträgen dreht sich weiter. Schon 2020 war die Zahl der bestehenden staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte über alle Gattungen rückläufig. Im ersten Quartal des laufenden Jahres zeigt sich das gleiche Bild, wie aus der aktuellen Riester-Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hervorgeht.

Demnach sank der Gesamtbestand im Vergleich zu Ende 2020 um 56.000 auf 16.314.000 Verträge. Den höchsten absoluten Rückgang erlebten erneut Riester-Versicherungspolicen: Um 27.000 auf 10.661.000. Auch bei den lange Zeit sehr beliebten Wohn-Produkten gab es ein ordentliches Minus von 17.000 auf nur noch 1.776.000. Bei den Altersvorsorgeprodukten von Banken, ohnehin die kleinste Gruppe, zählte das Ministerium nur 584.000 Verträge (minus 8.000 oder umgerechnet immerhin 1,35 %). Bei den Fondssparplänen standen Ende März 3.292.000 Verträge zu Buche, ein Minus von 5.000 Produkten. 

Wie es mit den Produktgruppen weitergehen wird, ist derzeit nicht absehbar. Eine Reihe von Anbietern hat sich zurückgezogen, weil die neuen gesetzlichen Vorgaben für den Höchstrechnungszins den vorgeschriebenen Kapitalerhalt so gut wie unmöglich machen. Das größte mediale Echo hat die Entscheidung der DWS ausgelöst, keine Riester-Rente mehr anzubieten. Die Politik ist auch nicht untätig: Die Reformvorschläge der CDU/CSU sehen etwa vor, Kriterien für ein Riester-Standardvorsorgeprodukt festzulegen. Dieses soll für alle Arbeitnehmer verpflichtend sein, sofern sie der Einbeziehung nicht widersprechen (Opt-Out). (jb)