Wer in den frühen 1980er bis späten 1990er Jahren geboren wurde, wirft seinen moralischen Kompass bei der Geldanlage besonders rasch über Bord, wenn im Gegenzug höhere Renditen winken. Darauf deutet zumindest eine Umfrage von Schroders hin. Der Asset Manager hat 23.000 Personen zwischen 18 und 37 Jahren rund um den Globus interviewt. Jeder Vierte würde demnach Kompromisse eingehen, um höhere Renditen zu erzielen. In Deutschland trifft das auf 19 Prozent der Befragten zu, in Österreich auf 21 Prozent.

Die häufig abschlägig beschiedene Gretchenfrage – oder eher: "Greta"-Frage – bedeutet indes nicht, dass sich Millennials von nachhaltigen Geldanlagen fernhalten. Weltweit halten es nämlich 42 Prozent der Befragten für wahrscheinlich, dass ESG-Investments höhere Renditen abwerfen als herkömmliche Anlagen (Deutschland: 37 Prozent, Österreich: 38 Prozent). Zugleich wünschen sich allerdings 93 Prozent der Umfrageteilnehmer mehr Informationen, um sicherzugehen, dass eine Kapitalanlage auch tatsächlich ökologisch und ethisch korrekt ist.

Amerika ist grüner als Europa
In Europa gaben 44 Prozent der Befragten an, dass sie in nachhaltige Fonds investieren. Das sind weniger als in Nord- und Südamerika (52 Prozent) sowie Asien (49 Prozent). In Deutschland investieren immerhin 49 Prozent der Studienteilnehmer ihr Geld immer oder immer öfter in ESG-Fonds. In Österreich sind es dagegen nur 33 Prozent. Weitere 32 Prozent in Deutschland und 40 Prozent in Österreich achtet beim Investieren zumindest gelegentlich auf Nachhaltigkeit.

"Es ist ausgesprochen erfreulich zu sehen, dass viele Anleger heute überzeugt sind, dass nachhaltiges Investieren nicht zulasten der Wertentwicklung gehen muss", kommentiert Carolina Minio-Paluello, Leiterin der Produktsparte bei Schroders. Sie hält Kommunikation für den entscheidenden Faktor: "Anleger müssen verstehen, was nachhaltiges Investieren wirklich bedeutet und beinhaltet." (fp)