Während die ältere Generation gerne etwas auf die hohe Kante legt, stehen bei den Millennials – also den zwischen 1980 und 2000 Geborenen – vor allem Lebenslust, Genuss und Konsum im Fokus. Eine repräsentative Studie im Auftrag der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle kommt zu dem Ergebnis: Jüngere Menschen bauen hierzulande zu sehr darauf, sich ihre finanzielle Situation durch eine Erbschaft oder Schenkung aufbessern zu lassen. Gleichzeitig rechnet jedoch ein großer Teil der Älteren damit, ihren Nachkommen keine finanziellen Mittel zu hinterlassen. Einige gehen sogar davon aus, dass sie in der Rente vermehrt auf die finanzielle Unterstützung ihrer Nachkommen angewiesen sein werden. Ein Generationenkonflikt braut sich zusammen.
 
"Dass das Thema Vermögensaufbau und Altersvorsorge jüngeren Menschen abstrakt erscheint, ist verständlich", sagt Florian Uleer, Deutschland-Chef bei Columbia Threadneedle Investments. Objektiv betrachtet sei das jedoch irrational. "Denn zum einen schwindet das Vertrauen in das staatliche Gesundheits- und Sozialsystem auch unter den Jüngeren. Zum anderen lohnt es sich, möglichst früh mit privater Vorsorge zu beginnen", so Uleer. 40 Prozent der Millennials wären der Studie zufolge schwer getroffen, sollten sie keine größere finanzielle Zuwendung wie eine Erbschaft oder Schenkung erhalten. Damit liegt der Anteil in dieser Generation deutlich höher als unter den Baby Boomern der Geburtsjahrgänge 1947 bis 1965 (23 Prozent) und in der Generation X der Jahrgänge 1966 bis 1979 (27 Prozent).
 
Umdenken dank Krise?
"Je länger der Anlagehorizont, desto weniger fallen Kursschwankungen wie während der Coronakrise ins Gewicht, und desto höher ist die Chance auf eine positive Weiterentwicklung", sagt Uleer. Und es scheint, als könnte die Krise bei den Millennials ein Umdenken bewirken: Laut einer ergänzenden Sondererhebung im Rahmen der Studie bedauern 71 Prozent der 25- bis 34-Jährigen, wie sie ihre Finanzen vor der Krise organisiert hatten. Damit ist dieses Bedauern bei jungen Menschen ausgeprägter als in früheren Generationen. (fp)