Vermögensverwalter bewerben seit einiger Zeit mit Verve nachhaltige Anlageprodukte. Jenseits der Werbeversprechen nehmen sie es mit dem Klimaschutz aber oft nicht so genau, zeigt eine Studie der Londoner Initiative Influencemap. Die 15 größten Fondsanbieter investieren demnach noch immer Milliardensummen in die Öl-, Gas- und Automobilindustrie. Zusammengenommen verwalten die 15 Platzhirsche rund 37 Billionen US-Dollar. Das entspricht zirka einem Fünftel des globalen Kapitalmarkts.

Als wenige Positiv-Beispiele nennt die Studie den Allianz-Konzern, die Schweizer Bank UBS und den britischen Fondsanbieter Legal & General. Diese drei Unternehmen halten ihre Kunden dazu an, ihre Geschäftsmodelle an die Pariser Klimaziele anzupassen. Doch auch die "ruhmreichen Drei" sind überproportional stark in der Öl- und Gasförderung, bei Kohlekraftwerken und Autoherstellern investiert.

Axa steigt aus Kohle aus
Eine weitere Studie kam im vergangenen Monat zu dem Ergebnis, dass viele Vermögensverwalter zwar nach außen hin Nachhaltigkeit propagieren, sich damit jedoch selbst schwertun. Der Influencemap-Bericht deutet darauf hin, dass sich diese Doppelzüngigkeit auch auf die Marktführer erstreckt.

Allmählich steigt allerdings der Druck auf die Branche, tatsächlich grüner zu werden und Industrien mit hohem CO2-Ausstoß aus dem Portfolio zu werfen. Der französische Versicherer Axa hat bereits reagiert und angekündigt, bis 2040 weltweit aus sämtlichen Kohle-Geschäften auszusteigen. (fp)