Zwischen 2018 und 2020 waren zehn Prozent aller Start-up-Gründungen in Deutschland Fintechs. Damit weisen Jungunternehmen im Bereich der Finanztechnologie die zweitstärkste Gründungsaktivität im deutschen Start-up-Ökosystem auf nach der Informations- und Kommunikationstechnik. Das zeigt der "German Fintech Report", den Germany Finance, die Arbeitsgemeinschaft der Finanzplätze in Deutschland, jetzt erstmals veröffentlicht hat. 

Aktuell gibt es der Erhebung zufolge deutschlandweit 639 Fintechs. Wenig überraschend beherbergt die Bundeshauptstadt mit einem Anteil von 28 Prozent die meisten Fintechs in Deutschland. Der Schwerpunkt etablierter Berliner Fintechs liegt dabei auf Asset Management und Investment. Bei den Frischlingen ist hingegen Banking & API-Banking sehr beliebt, sie vermarkten also ihre Banklizenz und stellen ihren Kunden Leistungen im Rahmen von Banking-as-a-Service zur Verfügung.

Trend zu Nischensegmenten
Unter den neu gegründeten Fintechs zieht es hingegen die allermeisten nach Hamburg. 61 Prozent aller Fintechs, die jünger als fünf Jahre sind, haben sich in der Hansestadt angesiedelt. Ihr Fokus liegt auf Blockchain-Technologien, etwa dezentralisierten Finanzdienstleistungen. Die deutschlandweit mit Abstand meisten frühphasigen Finanzierungsrunden finden im Rhein-Main-Gebiet statt. Der mit rund acht Prozent aller Fintechs kleinste deutsche Hub liegt in Baden-Württemberg. 

Die Studie zeigt indes auch einen gemeinsamen Trend auf: Single-Service-Provider. Diese haben sich auf einen spezifischen Bereich des Asset-Management- und Investmentsektors spezialisiert und machen mit 230 Unternehmen rund 36 Prozent aller Fintechs aus. Ganz allgemein lasse sich ein Trend dahingehend erkennen, die Angebote klassischer Allfinanzanbieter zu zerlegen. (fp)