Banken und Versicherer müssten eigentlich sehr gut zusammenarbeiten. Ihre Produkte für die Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau sind durchaus komplementär. In der Risikoabsicherung haben die Banken nichts zu bieten, was mit den Produkten der Assekuranz-Unternehmen vergleichbar wäre. Dennoch gibt es Verbesserungspotenzial bei der Zusammenarbeit, wie die Studie "Perspektiven der Bancassurance in Deutschland" aufzeigt. Diese wurde von den Bankenforen, dem Bankingclub und den Versicherungsforen Leipzig in Kooperation mit dem Münchner Maklerpools Fonds Finanz erarbeitet. 

So deckt die Studie große Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdbild der Versicherer auf, wie es in einer Pressemitteilung heißt. In der Mehrzahl der untersuchten Bereiche schätzen die Versicherungsgesellschaften ihr Vermögen als Kooperationspartner deutlich höher ein, als Banken es ihnen bescheinigen. Auf der anderen Seite zeige die Befragung der Endkunden aber auch, dass diese eine proaktive Ansprache auf Versicherungsprodukte durch ihre Bank vermissen.

"Unterschiedliche DNA"
Ein Grund für die Divergenzen seien kulturelle Unterschiede zwischen Banken und der Assekuranz. Bankangestellte seien Berater, Versicherungsmitarbeiter Vertriebler "und damit von ihrer DNA grundlegend verschieden", schreiben die Studienautoren. Dieser Herausforderung lasse sich auf zwei Ebenen begegnen: Durch die Anpassung der Produkte und Prozesse an die Bedürfnisse des Bankmitarbeiters oder durch eine Überleitung der Anfragen in den Banken an eigene oder fremde Vertriebsmitarbeiter.

In diesem Zusammenhang kommt die Studie zu dem Schluss, dass es eine klare Entwicklung vom reinen Ausschließlichkeitsvertrieb hin zu Kooperationsmodellen mit mehreren Produktgebern geben wird. Nur noch 14 Prozent der Befragten aus der Expertengruppe Vertrieb bei Banken sehen die "reine Ausschließlichkeit‟ als ihr zukünftiges Kooperationsmodell.  

Diese Kooperationen in der Bancassurance existieren aktuell
Die Kooperationen zwischen Banken, Versicherungsgesellschaften und auch (Online-)Maklern hat wiederum das Insurtech Friendsurance unter die Lupe genommen (siehe Tabelle unten). Aktuell ist die Mehrheit der Banken als Versicherungsvertreter exklusiv an eine Versicherung gebunden. Unter den Bankenversicherern trifft man am häufigsten die Allianz, Axa, Talanx und Zurich. Bei den Genossenschaftsbanken ist am stärksten die R+V Versicherung vertreten. Bei den Sparkassen führen die Provinzial, VKB und die Sparkassenversicherung das Feld der insgesamt 18 öffentlichen Versicherer an. Bei einigen Banken finden sich daneben auch Maklermodelle, so zum Beispiel die Kooperation der Deutschen Bank mit Friendsurance. (jb)