Deutschland gehört im internationalen Vergleich zu den Ländern mit einem hohen Finanzbildungsniveau. Dennoch erreicht auch hier nur gut jeder fünfte Erwachsene die höchste Kompetenzstufe. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Untersuchung von Allianz Research, dass sich fehlendes Finanzwissen langfristig unmittelbar auf den Vermögensaufbau auswirken kann.

11.700 Euro Unterschied
Wie groß dieser Effekt sein kann, verdeutlicht eine Simulation der Studienautoren. Sie analysierten, wie sich das Vermögen entwickelt hätte, wenn Haushalte einen Teil ihrer Bankeinlagen in Anleihen und Aktien investiert hätten. Für Deutschland ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Vermögensvorteil von rund 11.700 Euro. Die Ergebnisse unterstreichen, dass fundierte Finanzentscheidungen langfristig einen erheblichen Unterschied machen können.


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International vorne dabei
Mit einem Anteil von 21,5 Prozent der Befragten mit hohem Finanzbildungsniveau belegt Deutschland im internationalen Vergleich den dritten Platz. Lediglich das Vereinigte Königreich und Österreich schneiden besser ab. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Mehrheit der Bevölkerung lediglich ein mittleres oder niedriges Finanzbildungsniveau erreicht und damit noch erhebliches Verbesserungspotenzial besteht.

Mehr Wissen statt mehr Vertrauen
Neben dem Finanzwissen untersuchten die Autoren auch den Einfluss künstlicher Intelligenz (KI) auf Anlageentscheidungen. Das Ergebnis: KI stärkt häufig das Vertrauen der Nutzer in ihre Entscheidungen, verbessert die tatsächliche Finanzkompetenz jedoch kaum. Dadurch besteht die Gefahr, die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Zudem zeigt die Studie weiterhin Unterschiede zwischen Männern und Frauen beim Finanzwissen. (cf)


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Über die Allianz-Studie
Allianz Research hat gemeinsam mit der Allianz Leben und den jeweiligen Landesgesellschaften eine internationale Studie zur Finanzbildung durchgeführt. Befragt wurden im Frühjahr 2026 insgesamt 8.000 Erwachsene in Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Spanien und den USA. Pro Land nahmen jeweils 1.000 Personen an der repräsentativen Online-Befragung teil. Untersucht wurden unter anderem Finanzwissen, Anlageverhalten, Inflationserwartungen, finanzielle Resilienz sowie der Einfluss künstlicher Intelligenz auf Finanzentscheidungen. Ergänzend simuliert die Studie, wie sich eine teilweise Umschichtung von Bankeinlagen in Anleihen und Aktien langfristig auf den Vermögensaufbau ausgewirkt hätte.