Weniger Finanzvertriebe, Konsolidierung bei den Pools und den Maklern sowie Marktbereinigung bei Mehrfachagenten. Das sind die Prognosen für die Entwicklung der Versicherungsvermittlerbranche in der näheren Zukunft bis 2030, die die Versicherungsforen Leipzig in ihrer Studie "Maklermarkt der Zukunft" zusammengetragen haben. Die Erhebung basiert auf fünf Experteninterviews sowie einer Onlinebefragung unter 130 Marktteilnehmern, davon rund 44 Prozent Versicherer, circa 43 Prozent Makler und etwa 14 Prozent Mehrfachagenten.

Für die Gruppe der Maklerpools und Maklerverbünde gehen die befragten Marktteilnehmer davon aus, dass sich eine "Winner takes it all"-Dynamik durchsetze. Die großen und umsatzstarken Pools werden zu "Netzwerk-Konsolidierern", kaufen Bestände, integrieren Makler und bieten ihre Infrastruktur auch Drittvertrieben wie Banken oder Ausschließlichkeitsorganisationen an. Kleinere Pools dagegen müssten ihre Nische finden oder werden vom Markt verdrängt.

Spezialmakler wachsen
Mit Blick auf die Makler selbst erwarten die befragten Marktteilnehmer, dass der klassische Einzel-Versicherungsmakler, der alleine und mit Direktverbindungen an Versicherer arbeitet, ein Auslaufmodell wird – und Pool-Anschluss suche. Mittelständische Makler würden weiter fusionieren, um die nötige Größe zu haben und gegebenenfalls interessant für einen Verkauf an Investoren zu werden. Daher werden organisch wachsende Industriemakler als Übernahmekandidaten gesehen, nur einige wirklich große Häuser dürften weiterhin eigenständig bleiben, wie die Versicherungsforen schreiben. Interessant auch: Wachstum finde vor allem bei Spezial- und Digitalmaklern statt, getrieben durch eine junge Generation, die konsequent auf Fokussierung und digitale Geschäftsmodelle setzt. 

Strukturvertriebe stehen der Umfrage zufolge unter Druck, weil sie Vermittler an die Pools verlieren. "Als Gegenstrategie setzen einige auf Spezialisierung oder kooperieren technologisch mit Pools, um den Vermittlern optimierte Prozesse und Services zu bieten. Die Weiterentwicklung zur Maklergruppe kann ebenfalls eine Option sein. Bei kleineren Vertrieben kommt es zu Marktaustritten", heißt es in der Studie. Auch das Lager der sogenannten Mehrfachagenten schrumpfe – entweder altersbedingt oder durch den Wechsel in den Maklerstatus. (jb)