Millionenschwer sind die Marketingbudgets großer Versicherungsgesellschaften. Doch einen Teil des Geldes könnten sich die Unternehmen getrost sparen: Die Assekuranzbranche wirbt ins Blaue hinein statt Kundengruppen gezielt anzusprechen. Das geht aus einer Studie des IT-Dienstleisters Adesso hervor. Die Kunden dürften das nicht gut finden: Sie wollen immerhin vermehrt individuell angesprochen werden und Angebote bekommen, die exakt auf sie zugeschnitten sind. Das funktioniert so nicht.

Versicherer sollten die Möglichkeiten des sogenannten Predictive Marketing ausschöpfen, heißt es von Adesso. Die nötige Datenbasis haben sie bereits: Verbraucher hinterlassen beim Kontakt mit Versicherern und ihren Agenten so viele Daten, dass die Versicherer Kundenbedürfnisse eigentlich bereits kennen oder ohne großen Aufwand individuell ermitteln könnten. Allerdings fehle es den Versicherern in der Regel am nötigen Know-how, um diese Daten gezielt auszuwerten, so die Adesso-Experten. Voneinander losgelöste Datensilos verhinderten außerdem, dass Informationen umfassend analysiert werden.

Keine losen Datenenden
Bei dem IT-Dienstleister ist man überzeugt: Versicherer müssen Daten so verknüpfen und auswerten, dass die Verhaltensmuster ihrer Kunden sichtbar werden. Nur dann können sie profilbezogen und emotional werben. Die Reaktionen der Kunden kann man wiederum dazu nutzen, das Predictive Marketing zu validieren und weiter zu verfeinern. (fp)