Die australische Finanzaufsicht ASIC (Australian Securities and Investments Commission) warnt junge Anleger davor, Finanzentscheidungen ausschließlich auf Informationen aus sozialen Medien oder von KI-Plattformen zu stützen. Hintergrund ist eine neue Studie der Verbraucherplattform Moneysmart, die das Informationsverhalten der Generation Z untersucht hat.

Demnach nutzen 63 Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 28 Jahren soziale Medien für Finanzinformationen oder Anlageentscheidungen. 30 Prozent greifen speziell auf Youtube zurück, während 18 Prozent künstliche Intelligenz (KI) für finanzielle Fragen nutzen.

Vertrauen in Social Media und KI ist hoch
Die Untersuchung zeigt, dass viele junge Menschen Informationen aus digitalen Kanälen durchaus vertrauen.

  • 56 Prozent vertrauen Finanzinformationen aus sozialen Medien zumindest teilweise.
  • 52 Prozent vertrauen sogenannten Finfluencern.
  • 64 Prozent sehen KI-Plattformen als vertrauenswürdige Informationsquelle.

Gleichzeitig greifen viele Gen-Z-Anleger auch auf andere Quellen zurück: 60 Prozent nutzen professionelle oder formelle Informationsangebote, während 50 Prozent Familie oder Freunde konsultieren. Dennoch bleibt Social Media ein dominanter Einflussfaktor.

Krypto-Investments besonders verbreitet
Die Studie zeigt auch eine hohe Affinität zu Kryptowährungen.

  • 23 Prozent der Befragten besitzen bereits digitale Assets.
  • Von diesen verfolgen 66 Prozent zumindest teilweise eine kurzfristige oder spekulative Anlagestrategie.
  • 29 Prozent treffen Handelsentscheidungen auf Basis von Social-Media-Inhalten oder Influencer-Empfehlungen.

Social-Media-Werbung verstärkt Krypto-Trend
Der Einfluss sozialer Medien zeigt sich auch in der Werbung:

  • 72 Prozent der Gen Z haben in den vergangenen zwölf Monaten Werbung gesehen, die zu Investitionen in Kryptowährungen ermutigt.
  • 41 Prozent berichten, von Personen kontaktiert worden zu sein, die Hilfe beim Krypto-Investment angeboten haben.

Die ASIC warnt, dass solche Inhalte häufig unrealistische Erwartungen an Renditen wecken und Risiken wie Kursschwankungen oder die Herausforderungen langfristiger Geldanlage unterschätzen.

Aufsicht rät zu kritischem Faktencheck
Alan Kirkland von der ASIC betont, dass Social Media zwar ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags sei, bei wichtigen Finanzentscheidungen aber mit Vorsicht genutzt werden sollte. Viele Inhalte auf sozialen Plattformen würden von Algorithmen gesteuert, die auf Klicks und Reichweite ausgerichtet sind – nicht auf verlässliche Informationen.

Wer Finanzentscheidungen auf Grundlage von Online-Inhalten treffe, sollte diese daher zunächst überprüfen und mit seriösen Quellen vergleichen. Informationen aus sozialen Medien oder KI-Systemen könnten unvollständig, werblich geprägt oder irreführend sein. Besonders kurzfristige oder spekulative Handelsstrategien, die auf aktuellen Trends im Internet basieren, bergen laut Kirkland erhebliche Risiken – vor allem in volatilen Märkten wie Kryptowährungen. (mb)