Über Geld reden: Frühstart-Rente kann Impulse für Eltern geben
Wenn Anfang 2027 die Frühstart-Rente umgesetzt wird, bietet sich Eltern für die finanzielle Absicherung ihrer Kinder ein neuer Weg. Sie können das neue Modell auch zum Anlass nehmen, um mit dem Nachwuchs über Geldanlage zu sprechen. Dafür muss es aber noch bekannter werden, zeigt eine Umfrage.
Wenn die von der Bundesregierung geplante Frühstart-Rente zum 1. Januar 2027 zu laufen beginnt, bietet sich Familien eine neue Möglichkeit, mit der finanziellen Absicherung ihrer Kinder rechtzeitig zu beginnen. Allerdings ist das neue Modell noch nicht so bekannt, wie es sein könnte, zeigt eine Untersuchung im Auftrag von Union Investment. Dafür hat das Marktforschungsinstitut Forsa im Mai dieses Jahres mehr als 1.000 Bundesbürger im Alter von 20 bis 59 Jahren mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren befragt.
Der Erhebung zufolge haben aktuell nur drei von zehn Eltern schon einmal von der Frühstart-Rente gehört oder etwas darüber gelesen. Der Mehrheit ist das geplante Angebot jedoch unbekannt (68 Prozent). Wenn sie solch eine staatlich geförderte Altersvorsorge für ihr Kind abschließen wollten, würden 48 Prozent es online im Internet tun. Beinahe genauso viele (42 Prozent) würden sich eher an eine Bank oder einen Finanzdienstleister wenden und persönliche Beratung in Anspruch nehmen.
Sparfreudige Eltern
Erfreulich: Auch ohne staatliche Unterstützung sparen die meisten Eltern bereits für ihren Nachwuchs. 70 Prozent der Befragten geben an, regelmäßig Geld für ihre Kinder zurückzulegen. Weitere 15 Prozent sparen unregelmäßig für sie, 13 Prozent gar nicht. Die meisten Eltern, die sparen, legen zwischen 500 und 750 Euro pro Jahr für ihre Junioren zurück (24 Prozent). 18 Prozent schaffen es sogar, jährlich 1.500 Euro oder mehr zu sparen. 17 Prozent aller Eltern können höchstens 300 Euro im Jahr zur Seite legen.
Die Sparziele der Eltern für ihre Kinder sind klar fokussiert: An erster Stelle steht mit 45 Prozent der Führerschein, dicht gefolgt von Ausbildung oder Studium mit 43 Prozent. Ein eigenes Auto ist für 24 Prozent der Befragten ein wichtiges Sparziel für den Nachwuchs, während lediglich 13 Prozent für die Altersvorsorge der Kinder sparen. 37 Prozent legen Geld für sie zurück, ohne ein konkretes Ziel zu benennen.
Wichtiges Finanzwissen
Als wichtigsten Aspekt, um beim Sparen erfolgreich zu sein, nennen fast alle befragten Eltern Disziplin (94 Prozent) sowie Finanzwissen und ausreichend finanzielle Mittel (jeweils 91 Prozent). 81 Prozent sind der Meinung, dass es zum erfolgreichen Sparen beiträgt, dies in der Familie gelernt zu haben. So scheint es auch logisch, dass die Vermittlung von Finanzwissen vor allem als familiäre Aufgabe gesehen wird (90 Prozent). Allerdings geben nur 29 Prozent der Umfrageteilnehmer an, von ihren eigenen Eltern gut oder sehr gut mit Finanzwissen versorgt worden zu sein.
Anlässe mit ihren Kindern über Geld zu sprechen, finden die meisten beim Einkaufen (92 Prozent) und wenn es um das Taschengeld (74 Prozent) sowie größere Ausgaben (67 Prozent) geht. Deutlich seltener wird darüber gesprochen, Geld anzulegen (43 Prozent). Insgesamt sprechen aber fast alle befragten Eltern (89 Prozent) mit ihren Kindern über Geld, besonders im Grundschulalter. Der alte Spruch "Über Geld spricht man nicht" ist offenbar nicht mehr gültig. "Möglicherweise könnte auch die Frühstart-Rente ein weiterer Anlass sein und bringt dann auch das Thema Geldanlage und Wertpapiere auf den Tisch", erklärt Kerstin Knoefel, Leiterin Privatkunden bei Union Investment.
Fonds liegen vorn
Auch mit welchen Geldanlageformen Eltern regelmäßig für ihren Nachwuchs sparen, hat die Studie untersucht. Hier liegen Investmentfonds mit 55 Prozent vorne. 39 Prozent legen auf dem Sparbuch Geld zurück, bei 22 Prozent liegt das Ersparte für die Kinder auf dem Tagesgeldkonto. (am)




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