Deutsche Anleger machen es sich gern zu Hause gemütlich. Fast die Hälfte ihrer zwischen 2016 und 2021 getätigten Aktieninvestments flossen in heimische Unternehmen, zeigt eine Studie des digitalen Vermögensverwalters Whitebox. Insgesamt investierten deutsche Anleger in den vergangenen fünf Jahren 45,7 Milliarden Euro in Anteilscheine deutscher Unternehmen. Das ist fast genauso viel, wie sie im selben Zeitraum in Beteiligungen an ausländischen Konzernen steckten. Letztere lieferten allerdings deutlich höhere Renditen.

Aktien internationaler Unternehmen brachten im Studienzeitraum im Schnitt 9,6 Prozent Rendite pro Jahr. Das war fast dreimal so viel wie bei deutschen Aktien – bei diesen stand ohne Ausschüttungen durchschnittlich 3,3 Prozent per annum zu Buche. Ihr starker Home Bias kam deutsche Anleger also teuer zu stehen. Sie verschenkten dadurch allein in den vergangenen fünf Jahren mehr als hundert Milliarden Euro an Kursgewinnen, zeigt die Whitebox-Studie.

Diversifizieren lohnt sich
Das durchschnittliche deutsche Depot besteht zu 58 Prozent aus heimischen Aktien. Zum Vergleich: Der Anteil der deutschen Wirtschaft am globalen Bruttoinlandsprodukt liegt bei gerade einmal 4,5 Prozent. Hätten die Bundesbürger ihre Depots entsprechend international zusammengesetzt, hätten sie seit 2016 einen Zugewinn von 213 Milliarden Euro erzielen können statt "nur" 108 Milliarden Euro. Der Home Bias kostete sie also 105 Milliarden Euro an Rendite. "Es ist wichtig, seine Investitionen möglichst breit über verschiedene Regionen zu streuen", betont Salome Preiswerk, Co-Gründerin und Geschäftsführerin von Whitebox. (fp)