Mangelndes Wissen etwa über Gewinnausschüttungen verhindert eine größere Verbreitung von Aktienanlagen. Zu diesem Schluss kommt die Fondsgesellschaft J.P. Morgan Asset Management nach der Befragung von rund 3000 Anlegern aus Deutschland und Österreich. Die Ergebnisse des "Finanzbarometer 2022“ sind in beiden Ländern ähnlich. So ist in Deutschland wie Österreich die Zahl der Aktionäre zuletzt gestiegen. In beiden Ländern bleiben Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten jedoch beliebter. 

Mangelndes Wissen führt zu Unsicherheit
Aktuell investieren in Deutschland 31 Prozent der Befragten in Aktien. Ein Sparbuch nutzen 51 Prozent. Zwar erkennen immer mehr Menschen das Renditepotenzial von Aktien, sagt Matthias Schulz, Managing Director bei J.P. Morgan AM in Deutschland. Jedoch wissen 35 Prozent der befragten Deutschen nicht, dass Aktionäre unabhängig von Börsenschwankungen die Dividenden ausgezahlt bekommen. Diese Informationslücke führt offenbar zu großer Unsicherheit gegenüber Wertpapieranlagen. Bezeichnend: Den größten Zuwachs bei der Beliebtheit legten laut Umfrage im vergangenen Jahr die Tages- oder Festgeldkonten hin, deren Nutzung von 29 auf 42 Prozent anstieg.

In Österreich sind viele Menschen genauso ambivalent, was Aktienanlagen angeht. "Die zahlreichen Unsicherheitsfaktoren, die die Aktienmärkte in diesem Jahr auf Achterbahnfahrt schickten, haben auch dazu geführt, dass wieder mehr Österreicher auf Sparanlagen setzten“, berichtet Markus Sevcik, Senior Client Advisor bei J.P. Morgan AM in Wien. Auch bei den österreichischen Befragten sind die Informationslücken groß. 87 Prozent der Befragten wissen nicht, welchen Anteil die Dividende bei einem Aktieninvestment am Gesamtertrag hat. Mit ihrem eigenen Sparprodukt zufrieden sind dementsprechend auch nur rund ein Viertel der Befragten, berichtet Sevcik: "Ein kompletter Verzicht auf renditeorientiertes Sparen verhindert die Chance, von den aktuell günstigeren Bewertungen zu profitieren.“ (fp)