Sechs Jahre lang war das Vorsorgen für den eigenen Ruhestand das wichtigste Sparziel der Deutschen. Das hat sich nun geändert, wie eine repräsentative Umfrage von Union Investment zeigt. Die Mehrheit von 82 Prozent gibt eine Rücklage für Notfälle als wichtigstes Sparziel aus. Der Notgroschen stößt somit die Altersvorsorge (77 Prozent) vom Thron. Diese Verschiebung der Interessen hat einen Grund: Laut der Studie hat sich die Stimmung der Deutschen mit Blick auf ihre Finanzen verschlechtert. Die Corona-Krise scheint zunehmend am Optimismus zu nagen. 18 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation in den kommenden sechs Monaten verschlechtern wird. Das sind doppelt so viele wie noch im ersten Quartal 2021 (neun Prozent).

Die Sparquote bleibt ungeachtet der Prioritäten hoch: 71 Prozent der Befragten geben an, dass sie regelmäßig einen festen Betrag sparen. Bei einem Drittel kommen monatlich zwischen 100 und 250 Euro zusammen. 24 Prozent schaffen es, sogar 250 bis 500 Euro pro Monat zurückzulegen. Die Anlagestrategie haben dabei viele Sparer geändert. Nur noch 15 Prozent parken ihr Erspartes nach eigener Angabe am liebsten auf dem Girokonto. Die Hälfte der Befragten spricht sich dafür aus, zumindest einen kleineren Teil des Vermögens chancenorientiert zu investieren. 44 Prozent stehen Aktieninvestments offen gegenüber.  

Investmentfonds immer beliebter
Beliebteste Anlageform bleibt in Deutschland mit 74 Prozent Zustimmung das Investment in Immobilien. Auf Platz zwei folgt die Betriebsrente (64 Prozent). Auf dem dritten Platz lagen erstmals Investmentfonds, die mit 46 Prozent einen Höchstwert erreichen. Gold landet bei den begehrtesten Anlageformen hinter Aktien nur noch auf Platz fünf. (fp)