Umfrage: Beim Geld hört das KI-Vertrauen auf
Eine aktuelle Studie der Postbank zeigt: Wenn es ums Geld geht, bevorzugen noch immer viele Bankkunden in Deutschland den persönlichen Kontakt zum Kundenberater. Zudem rücken Sicherheitsfragen stärker in den Fokus.
Viele Menschen nutzen KI für Recherchen, Texte oder andere praktische Aufgaben. Sobald es aber um das eigene Geld geht, endet die digitale Offenheit häufig. Das ist eines der Ergebnisse der repräsentativen "Postbank Digitalstudie 2026".
Lieber persönlich beraten als von einer KI
Demnach haben 54 Prozent der Deutschen zum Zeitpunkt der Erhebung im Mai dieses Jahres schon KI-Anwendungen genutzt, sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Für Überweisungen, Geldanlagen oder Finanzberatung lehnen jedoch 70 Prozent den Einsatz von KI ab. Drei Viertel der Befragten vertrauen einer persönlichen Beratung mehr als einer KI. Ebenso viele halten die Technologie für Finanzfragen noch nicht ausgereift oder haben Datenschutzbedenken. Hinzu kommen Sorgen vor Manipulation und mangelnder Transparenz.
"Digitale Offenheit bedeutet nicht automatisch finanzielles Vertrauen. KI wird selbstverständlich für alltägliche Aufgaben genutzt. Bei finanziellen Entscheidungen wünschen sich viele dagegen weiterhin einen Ansprechpartner, der Verantwortung übernimmt und individuelle Fragen beantworten kann", sagt David Dommel, Leiter Digitales Performance-Marketing der Postbank.
Banking-App wird zum wichtigsten Zugang zur Bank
Zugleich erledigen mehr als drei Viertel der Deutschen ihre Bankgeschäfte online. Die Banking-App wird dabei zum wichtigsten Zugang zur Bank: 43 Prozent nutzen sie inzwischen für Überweisungen, Kontoauszüge oder Informationen zu Geldanlagen. Gegenüber 2022 ist das ein Zuwachs von 13 Prozentpunkten. Das klassische Online-Portal verliert dagegen an Bedeutung und wird nur noch von 34 Prozent genutzt, nach 45 Prozent vor vier Jahren.
Vor allem Jüngere sind offener für neue digitale Angebote. Der Kontakt zum Bankberater per Chat oder Videokonferenz wird von 65 Prozent der 18- bis 39-Jährigen akzeptiert, bei den Älteren sind es 45 Prozent. Auch Sprachassistenten haben in dieser Altersgruppe einen festen Platz: 74 Prozent nutzen sie bereits, etwa für Internetrecherchen. Die Eingabe von Überweisungsdaten per Sprachassistent können sich 46 Prozent der unter 40-Jährigen vorstellen; bei den Älteren kommt dies für 72 Prozent nicht in Frage.
Sicherheit entscheidet über Akzeptanz
Die Zurückhaltung hat auch mit Sicherheitsfragen zu tun. 60 Prozent der KI-Nutzenden überprüfen Informationen nur selten und vertrauen der Technik. Zugleich trauen sich nur 36 Prozent zu, eine Manipulation durch KI zu erkennen. "Als Finanzdienstleister müssen wir Kundinnen und Kunden gut informieren, Risiken transparent machen und höchste Sicherheitsstandards gewährleisten", erklärt Dommel. "Im klassischen Online- und App-Banking zeigt sich, dass viele Menschen empfohlene Schutzmechanismen bereits konsequent nutzen." (jh)















