Umfrage: Bundesbürger sind offen für Altersvorsorgedepot
Eine Erhebung im Auftrag des digitalen Vermögensverwalters Quirion belegt ein großes Interesse am neuen Altersvorsorgedepot. Bereits jetzt plant die Hälfte der Befragten, ein solches Depot zu eröffnen.
Es dauert zwar noch über ein halbes Jahr, bis das neue Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablöst, doch das Interesse ist bereits groß. Dies zeigt eine aktuelle Erhebung im Auftrag des digitalen Vermögensverwalters Quirion. Dafür befragte das Institut Plus Marktforschung 1.004 Förderberechtigte im Alter zwischen 16 und 60 Jahren.
Wie die Analyse zeigt, können sich schon heute 52 Prozent der Befragten vorstellen, ein Altersvorsorgedepot zu eröffnen. Damit liegt die Abschlussbereitschaft bereits jetzt deutlich über den frühen Riester-Werten. Einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung zufolge wollte bis Ende 2002 nur jeder Sechste seine Altersvorsorge durch den Abschluss einer Riester-Rente erhöhen.
Geringes Informationsniveau
Das hohe Interesse an dem geplanten Altersvorsorgedepot ist besonders bemerkenswert, da sich nach den Ergebnissen der Quirion-Untersuchung nur acht Prozent der Befragten bereits gut informiert fühlen. Das geringe Informationsniveau sei unter anderem der Neuartigkeit der Produkte geschuldet, schreiben die Autoren.
Der Umfrage zufolge ist die Abschlussbereitschaft für ein Altersvorsorgedepot bei den 16- bis 40-Jährigen am höchsten. Auch wer schon jetzt privat vorsorgt, ist deutlich aufgeschlossener. Beim Timing sind die Abschlussbereiten unter den Befragten gespalten: 46 Prozent planen, direkt zum Start am 1. Januar 2027 einzusteigen, 46 Prozent wollen zunächst Erfahrungswerte abwarten. Als Vertragspartner werden Banken, Neobroker und digitale Vermögensverwalter (alle 46 Prozent) leicht bevorzugt. Es folgen staatliche Träger (44 Prozent) und Versicherungen (40 Prozent).
Was den Befragten wichtig ist
Für 59 Prozent der Befragten sind verständliche und transparente Produktinformationen das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Altersvorsorgedepots. Niedrige Gebühren rangieren mit 55 Prozent auf Platz zwei, klare Regeln für die Auszahlung mit 54 Prozent auf Platz drei. Eine attraktive Rendite folgt erst auf Rang vier (48 Prozent). Nachhaltigkeit bildet mit elf Prozent das Schlusslicht.
Die interessierten Befragten würden im Schnitt 181 Euro monatlich einzahlen, mit deutlichem Unterschied bei den Geschlechtern: Männer planen 223 Euro pro Monat zu investieren, Frauen nur 124 Euro. Bundesbürger mit einem persönlichen Nettoeinkommen von mehr als 4.000 Euro sind besonders investitionsbereit. Sie planen, 273 Euro pro Monat für ihr Altersvorsorgedepot zu verwenden.
Was wird aus dem Riester-Vertrag?
Und was planen die Befragten, die im Besitz eines Riester-Vertrages sind, für dieses Produkt? 26 Prozent derjenigen, die sich für das Altersvorsorgedepot interessieren, wollen ihren Riester-Vertrag behalten, aber ruhen lassen. Parallel wollen sie ein Altersvorsorgedepot eröffnen, um von der neuen Förderung zu profitieren. 22 Prozent planen, den bisher aktiven Riester-Vertrag in ein neu eröffnetes Altersvorsorgedepot zu übertragen. (am)
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