Die Covid-19-Pandemie ändert vieles, darunter auch das Vorsorgeverhalten der Deutschen. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag von Fidelity International unter tausend Berufstätigen in Deutschland hervor. Viele der Befragten wünschen sich, dass sich der Staat, der in der aktuellen Krise umfangreiche Rettungspakete für Unternehmen geschnürt hat, auch stärker um die Altersvorsorge seiner Bürger kümmert. Zugleich setzen die Deutschen bei den eigenen Vorsorgeleistungen krisenbedingt den Rotstift an. Das gilt vor allem für Frauen: 14 Prozent der weiblichen Umfrageteilnehmer wollen ihre regelmäßigen Rücklagen für den Ruhestand kürzen oder sogar ganz aussetzen. Bei den Männern sind es nur vier Prozent.

"Gerade Frauen sollten sich beim Thema Altersvorsorge nicht allein auf den Staat verlassen", mahnt Claudia Barghoorn, Leiterin des Privatkundengeschäfts bei Fidelity. Um nicht in der Geschlechterfalle zu landen und im Alter finanziell miserabel dazustehen, müssen Anlegerinnen jetzt handeln, so die Expertin. Sie hat auch einen Ratschlag parat, wie dieses Handeln aussehen könnte: "Langfristig am Kapitalmarkt investiert zu sein ist der Imperativ der Altersvorsorge", sagt sie. "Die aktuelle Situation ist ein Weckruf für alle, die schon viel zu lange die Planung ihres Ruhestands aufgeschoben haben."

Frauen stellen Konsum zurück
Durch die Coronakrise hat sich nicht nur in der Vorsorge, sondern auch beim Konsumverhalten der Bundesbürger einiges verschoben – und auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Obwohl Männer und Frauen annähernd gleich von Kurzarbeit und Stellenstreichungen betroffen sind, treten Frauen kräftiger auf die Ausgabenbremse. Rund 40 Prozent der befragten Frauen wollen in näherer Zukunft weniger Geld ausgeben, versus 25 Prozent der Männer. Dazu passt, dass ein Viertel der Frauen größere Anschaffungen erst einmal aufschieben will. Bei den Männern sind es nur 15 Prozent. (fp)