Umfrage: Deutsche Anleger setzen doch noch auf Nachhaltigkeit
Immer wieder kommen Studien zu dem Schluss, dass den Bundesbürgern ESG-Aspekte nicht mehr wichtig sind, wenn sie ihr Geld investieren. Eine aktuelle Untersuchung des Versicherers Barmenia Gothaer fördert andere Resultate zutage.
Einer Umfrage des AfW Bundesverbands Finanzdienstleistung, des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und der Universität Kassel zufolge, gehen Finanzberater davon aus, dass das Interesse ihrer Kunden an nachhaltigen Investments deutlich abgenommen hat. Aber: Eine aktuelle Studie im Auftrag des Versicherers Barmenia Gothaer unter Privatanlegern kommt zu einem anderen Ergebnis. Die Untersuchung, für die das Meinungsforschungsinstitut Forsa rund 1.000 Bundesbürger im Alter ab 18 Jahren befragt hat, zeigt, dass Nachhaltigkeitsaspekte für Anleger hierzulande weiterhin eine wesentliche Rolle spielen.
Demnach halten insgesamt 53 Prozent der Deutschen Nachhaltigkeit in der Geldanlage für wichtig. Damit ist der Anteil der Anleger, die ESG-Kriterien bei ihren Investmententscheidungen eine Bedeutung zuschreiben, im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht angestiegen: 2025 lag dieser Wert noch bei 50 Prozent. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass 18 Prozent der Befragten dem Thema neutral gegenüberstehen. Für rund ein Viertel hat Nachhaltigkeit beim Investieren eine geringere oder gar keine Relevanz.
Nur für acht Prozent der wichtigste Aspekt
Obwohl mehr als jeder Zweite das Thema als eher oder sehr wichtig bewertet, ist es nur für acht Prozent der Befragten der Hauptaspekt bei der Geldanlage. Daraus lässt sich ableiten, dass viele Menschen Nachhaltigkeit zwar berücksichtigen, ihre Anlageentscheidungen jedoch nur selten primär danach ausrichten. Häufiger werden Sicherheit (47 %), Flexibilität (26 %) und Rendite (13 %) als relevanteste Kriterien genannt.
Die Studie zeigt auch, dass Nachhaltigkeit für viele Privatinvestoren mittlerweile ein ähnlich hohes Gewicht hat wie die Rendite. 51 Prozent der Befragten geben an, sie wären bereit, zugunsten nachhaltiger Kriterien auf einen Teil der Rendite zu verzichten. 45 Prozent wären dazu nicht bereit.
Wunsch nach Wirkung
Der Untersuchung zufolge wird Nachhaltigkeit von Anlegern nicht ausschließlich ökologisch oder ökonomisch interpretiert, sondern vor allem mit sozialer Gerechtigkeit verbunden. 38 Prozent der Befragten nennen sie als wichtigsten Aspekt von Nachhaltigkeit. 33 Prozent priorisieren Umwelt- und Klimaschutz, während 25 Prozent eine verantwortungsvolle Unternehmensführung als die wesentliche Facette betrachten. (am)




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