Beim Einsatz von börsengehandelten Fonds (ETFs) zählt Deutschland zu den am weitesten entwickelten Märkten in Europa. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des britischen Finanzanalysehauses Research in Finance, die sich wiederum auf eine europaweite Umfrage unter professionellen Investoren sowie Privatanlegern stützt. Demnach haben Direktbanken und Neobroker insbesondere über den Weg des Sparplans den Aufstieg der ETFs bei Privatanlegern beflügelt.

Der Siegeszug dürfte sich fortsetzen. So gab ein Drittel der befragten Retailanleger an, künftig vorrangig in ETFs investieren, aber auch noch herkömmliche Publikumsfonds nutzen zu wollen. Fast 20 Prozent wollen nur in ETFs investieren, genauso viele wollen gleichermaßen in ETFs und Fonds anlegen. Praktisch niemand wählt nur Fonds. Ebenfalls fast 20 Prozent nutzen keines der Vehikel.

Auch Ausgefeilteres gesucht
Darüber hinaus beobachten die Analysten unter deutschen Privatanlegern ein großes Interesse an aktiven ETFs, wie bereits eine frühere Studie des Hauses zeigte. Daneben bemerken die Studienautoren unter deutschen Retailsparern zudem eine Nachfrage nach ausgefeilteren Strategien, insbesondere Buffer-ETFs. Diese bieten eine Beteiligung an der Marktentwicklung mit einer gewissen Absicherung. Solche Ansätze dürften den Anlegern aus dem heimischen Zertifikate-Markt bereits ein Begriff sein.

Auch die deutschen Profianleger sehen die Experten von Research in Finance beim Einsatz von ETFs im europäischen Vergleich weit vorne. Mehr als 90 Prozent der professionellen Investoren greifen bereits auf ETFs zurück, zeigt die Umfrage. Zudem würden die deutschen Profis einen größeren Anteil des von ihnen betreuten Vermögens in ETFs stecken als ihre Kollegen in den meisten anderen Ländern.

Positiver Kreislauf
"Insgesamt untermauern diese Ergebnisse unsere Einschätzung, dass Deutschland einer der wichtigsten ETF-Märkte in Europa ist", folgern die Studienautoren. Die Akzeptanz von ETFs nimmt in den Bereichen Privatkunden, Wholesale und bei den institutionellen Investoren zu. Dies schaffe einen positiven Kreislauf, der zu einer noch größeren Verbreitung von ETFs führe. (ert)