Viele Versicherungsmakler haben keine hohe Meinung von Run-off-Plattformen, die ältere Bestände anderer Lebensversicherer aufkaufen, um sie dann bis zum Laufzeitende fortzuführen. Sie halten diese Gesellschaften für weniger leistungsfähig als Unternehmen, die Lebenspolicen selbst weiter verwalten. Das meinen zumindest 75 Prozent der insgesant 300 Berater, die dem Maklerpool Maxpool in einer Umfrage unter all seinen 7.000 angeschlossenen Partnern Rede und Antwort standen. 

Das Geschäftsmodell der "Run-off-Anbieter" scheint laut Maxpool aus Sicht der Mehrheit eindeutig: Neben den in der Diskussion vielfach vorangestellten Vorteilen durch eine effizientere Verwaltung der Plattformen würden zukünftige Zinsgewinne den Policen sicherlich weniger aktiv zugeteilt werden. Immerhin stünden Abwicklungsplattformen in keinem Wettbewerb zu anderen Anbietern und benötigen eine eigene Kapitalrendite zulasten des Bestandes. Zudem sei von einem qualitativ minderwertigerem Kundenservice auszugehen. 

Mehrheit würde Versichererwechsel empfehlen
Zu einer Flucht aus den Run-off-Plattformen raten die befragten Versicherungsmakler jedoch auch nicht. Insgesamt herrsche eine große Verunsicherung: Die Makler könnten zurzeit nicht beurteilen, ob eine Kündigung der Police gegen Auszahlung des reduzierten Rückkaufswertes pauschal sinnvoll sei. Daher raten insgesamt 96 Prozent der Befragten, eine Kündigung sehr genau zu prüfen und solange erstmal am Run-off teilzunehmen. 

Diese Sichtweise würde jedoch deutlich kippen, wenn der Vermittlerverband AfW und der Bund der Versicherten mit ihrem gemeinsamen Eckpunktepapier durchkämen. In diesem fordern beide, dass die Versicherten im Falle eines Run-offs nicht nur über den reduzierten Rückkaufswert verfügen können. Die Forderung der beiden Verbände ist vielmehr, dass stattdessen der volle Vertragswert, der so genannte "Run-off-Übertragungswert", zur freien Verfügung für die Versicherten stünde. 

Nach dieser geforderten Besserstellung der Versicherten, über den vollen Vertragswert verfügen zu können, würden 54 Prozent der Befragten pauschal zu einem Anbieterwechsel oder zu einer Vertragskündigung raten (siehe auch die Grafikstrecke oben). (jb)