Ab dem kommenden Jahr müssen rund 90 Prozent der Deutschen keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen. Nur die wohlhabendsten Bundesbürger werden dann noch zur Kasse gebeten. Die Soli-Abschaffung kommt gut an – und vielen Sparern sehr gelegen: Zwei Drittel der Deutschen können sich vorstellen, das gesparte Geld in die Altersvorsorge zu stecken. Das geht aus einer Yougov-Umfrage im Auftrag des Finanzberatungsunternehmens Swiss Life Select hervor, für die mehr als 2.000 Personen befragt wurden. "Bereits kleine Sparbeiträge können Wirkung erzielen", betont Stefan Kuehl, Geschäftsführer bei Swiss Life Select.

Die Angst vor Altersarmut ist unter deutschen Arbeitnehmern ein großes Thema. In der Umfrage gab jeder Dritte an, mindestens 200 Euro pro Monat auf die hohe Kante legen zu müssen, um im Ruhestand den aktuellen Lebensstandard halten zu können. Monatliche Rücklagen in dieser Höhe nehmen aber nur 14,5 Prozent der Befragten vor. Knapp ein Viertel spart jeden Monat weniger als hundert Euro, rund 35 Prozent legen sogar überhaupt kein Geld zurück. Vor allem Frauen kümmern sich bislang vergleichsweise wenig um ihre Altersvorsorge.

Wer mehr hat, kann mehr sparen
Rücklagen muss man sich leisten können. Die Yougov-Umfrage zeigt, dass das Sparverhalten eng mit dem Einkommen korreliert: Mehr als die Hälfte derjenigen, die weniger als 1.500 Euro netto pro Monat verdienen, kann aktuell gar kein Geld fürs Alter zurücklegen. Unter den Befragten mit mehr als 2.500 Euro Monats-Netto ist dagegen jeder Dritte dazu bereit, monatlich mehr als 200 Euro für den Ruhestand zu sparen. "Die Soli-Abschaffung ist daher eine gute Gelegenheit, seine Vorsorgesituation zu verbessern", sagt Kuehl.

Der Soli beträgt derzeit 5,5 Prozent auf die Einkommen-, Lohn- und Kapitalertragsteuer. Je nach Einkommen und Lebenssituation sparen Bundesbürger ab 2021 mehrere Hundert Euro im Jahr, heißt es von Swiss Life Select. "Viele unserer Kunden haben ab Abschaffung des Solidaritätszuschlags etwas mehr Geld zur Verfügung. Trotzdem soll die Solidarität damit nicht enden", sagt Kuehl. "Eine Absicherung fürs Alter entlastet auch unsere Sozialsysteme und füllt die Rentenlücke." (fp)