Mehr als die Hälfte der Verbraucher, die einen PKW besitzen und Kfz-Versicherung benötigen, sind misstrauisch gegenüber Versicherungsvergleichsportalen. Das zeigt eine Online-Umfrage, die das Start-up Joonko unter 1.003 Erwachsenen zwischen 18 und 69 Jahren in Deutschland beauftragte. Joonko ist selbst ein Kfz-Versicherungsvergleichsportal, das seit Montag online ist. Kunden können Policen aber erst im Herbst abschließen – im Moment können sie nur Email-Adressen hinterlassen und so ihr Interesse signalisieren.

Im Detail sind 59 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Portale nicht mit allen relevanten Anbietern von Versicherungen kooperieren. 56 Prozent glauben ferner, dass die Vergleichsdienste keine objektiven Ergebnisse liefern, da sie sich durch Provisionen der Assekuranz finanzieren. Und 43 Prozent befürchten, dass die Online-Portale die Daten der Nutzer missbrauchen.

Studie: Ein Problem bei Versicherungsvergleichsportalen
Die Umfrage erscheint insofern interessant, da Verbraucherschützer und auch Vermittlervertreter die Transparenz und Objektivität von Portalen wie Check24 und Verivox ebenfalls anzweifeln. Unterstützung bekamen sie von einer Studie des Bundeskartellamtes. Allerdings fiel das Urteil der Wettbewerbshüter gemischt aus: Die Zahlung von Provisionen bei Versicherungen habe keinen Einfluss auf die Ergebnisse der Portale, anders als bei Stromtarifen. Die Kritik, dass die Vergleichsdienste bei Versicherungen nicht den ganzen Markt abdecken, bekräftigten die Wettbewerbshüter aber.

Warum startete ausgerechnet Joonko eine solche Umfrage und weist auch auf das Misstrauen der Verbraucher gegenüber Portalen hin? Eine mögliche Erklärung ist, dass das Start-up einem Bericht des Branchenportals "Finanz-Szene.de" zufolge alles besser als etablierte Portale machen möchte: "Uns geht es nicht unbedingt darum, dem Kunden das scheinbar billigste  Produkt zu empfehlen – sondern das, dass am besten zu seinen Bedürfnissen passt", zitiert der Branchendienst Carolin Gabor, Manager beim Fintech-Inkubator Finleap, der hinter Joonko steht. Darüber hinaus werde sich Joonko auch "durch eine sehr relevante Marktabdeckung und eine neue Form der Customer Journey" auszeichnen. Eine solche, kritische Umfrage könnte helfen, das eigene Profil zu schärfen und diese Aussagen glaubwürdig machen.

Online-Abschluss bevorzugt
Die Umfrage förderte ferner zutage, dass nur 22 Prozent der Verbraucher, die eine neue Kfz-Versicherung benötigen, diese bei einem Online-Versicherungsvergleichsportal wie Check24 abschließen wollen. Weitere 24 Prozent sind unentschlossen, ob sie ein Portal oder die Internetseite eines Versicherers nutzen wollen. Weitere 32 Prozent würden den Versicherungsschutz direkt bei der Gesellschaft kaufen. (jb)